Sonntag, 2. November 2008
Byebye Berlin
So, nun ist es vorbei. In ein paar Minuten startet das Boarding für meinen Flieger und wenn der Hotspot hier am Flughafen besser funktionieren würde, hätte ich diesen Text auch live online stellen können. Aber egal.
Ich habe es tatsächlich geschafft, sechs Kilogramm Übergepäck zu haben – trotz der Tatsache, dass ich meiner Tante schon drei große Tüten mit Klamotten und Broschüren mitgegeben hatte. (Bei Air Berlin nennt man das offiziell Luggage Excess.) Oh Mann. Manchmal kann ich mich nur über mich selber wundern...
Ich vermisse die Stadt und die Leute jetzt schon.
Viele Grüße, zum letzten Mal aus der Großstadt,
gkk
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Die Uhr tickt...
Tempelhofs letztes Stündchen hat geschlagen. Mit großem Tamtam wird in ein paar Kilometern Entfernung gerade Berlins Zentralflughafen geschlossen. Wowi und seine Kumpels nippen Schampus, manche sind traurig und andere freuen sich auf die Ruhe. Und obwohl ich überhaupt nichts Persönliches mit diesem Airport verbinde – habe heute erst im TV erfahren, dass es der erste Verkehrsflughafen der Welt war – bin ich selbst ganz melancholisch.
Vielleicht, was heißt vielleicht: Ganz sicher liegt es aber auch daran, dass auch meine letzten Stunden hier anbrechen. Morgen ist mein letzter Arbeitstag im Amt, wobei ich nicht mehr viel arbeiten werde. Vormittags besuchen wir eine Botschaft, dann noch Essen, Feedbackgespräch und Abschiedsfeier eines Kollegen - das war's.
Ich kann gar nicht glauben, dass die Zeit hier so schnell vergangen ist. Ist es wirklich schon sieben Wochen her, dass ich hier gelandet bin? Ich habe hier so nette und interessante Leute getroffen, so schöne Erlebnisse gehabt, so viel gelacht und gefeiert und die Stadt so richtig in mich aufgesogen. Ich will überhaupt nicht weg. Trotz alledem machen sich in meinem Hinterkopf die Gewissensbisse breit: die Bachelorarbeit wartet, der Nebenjob wartet, ich muss mich für meine Französisch-Zertifikate vorbereiten und und und. Und natürlich freue ich mich auch schon auf euch!
Jetzt will ich meine letzten Tage hier aber erst noch einmal richtig genießen. Eine Freundin, deren Praktikum schon vor einer Woche zu Ende ging, wird mich vielleicht übers Wochenende besuchen kommen, damit wir uns gemeinsam gebührend verabschieden können – von uns selbst und von Berlin...
Viele Grüße aus Berlin,
gkk
Sonntag, 26. Oktober 2008
Einmal Osten und zurück
Ein Typ wandert um Berlin, von Potsdam nach Potsdam. Das ist der Plot der Dokumentation Heimatkunde, die ich am Samstag hier im Kino gesehen habe. Nicht sonderlich spannend, könnte man meinen. Zuerst trifft er einen Nudisten, der sich, über die Steifheit seiner Mitbürger beklagend, auf einer modrigen Eisenbahnbrücke sonnt. Noch ein paar Spinner, Misanthropen und Rentner folgen. Doch vor allem trifft er: Ossis und Wessis.
Ich konnte es nicht fassen. Dass die Menschen immer noch in diesen Kategorien dachten und – noch schlimmer – sich auch selbst damit identifizierten. Ganz bewusst. Und vor allen Dingen konnte ich es nicht fassen, dass die Leute immer wieder sagten „In der DDR war es gar nicht so schlecht.“ Ich konnte es einfach nicht fassen
Heute bin ich selbst in den Osten gefahren. Vorbei an Plattenbausiedlungen bis nach Hohenschönhausen. Dort befindet sich das Areal eines ehemaligen Stasigefängnisses. Der Besucherführer, Karl-Heinz Richter, war selbst politischer Gefangener in der DDR. Nachdem er einer Reihe von Freunden zur Republikflucht verholfen hatte, suchte er als 17-Jähriger selbst die Freiheit – und fand sich stattdessen einer einer kahlen Zelle mit Holzpritsche und einem Alueimer wieder.
Folter, psychologisches Zermürben, Isolation. Zellen ohne Fenster und Verhörbüros. Und dazu die Schilderungen eines Zeitzeugen, der das, was er damals erlebt und erleidet hat, nie mehr verwinden wird. Was ich heute gesehen und gehört habe, war gleichzeitig unglaublich spannend und makaber. Und einmal mehr: unfassbar.
Noch nie zuvor kam mir die Vergangenheit Deutschlands so wahrhaftig vor. Noch nie war mir so bewusst, dass der Boden, auf dem ich stehe, gelebte Geschichte ist. Weltkrieg, Besatzung, Mauerbau – das alles ist hier in Berlin passiert. Und dann musste ich wieder an den Film denken, und an den Satz „In der DDR war es gar nicht so schlecht.“
Auf dem Weg von der Gedenkstätte zur Bahn bin ich fast gerannt.
Montag, 20. Oktober 2008
Down to earth
Tja, zwei Tage hintereinander ein Post - gut, oder?
Eigentlich war heute ein guter Tag. Die Arbeit hat Spaß gemacht, ich hatte viel zu tun. Am Vormittag waren wir bei der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin und haben dort einen Vortrag bekommen. Mittags gings mit ein paar Mädels zum Thailänder. Das war erstens absolut lecker und zweitens ein richtiges Erlebnis. Das Lokal ist total gestylt, die Speisen superoriginell angerichtet und preislich war es okay - und das, obwohl es in Mitte liegt. Das Wetter war super, ich habe sogar meine Sonnenbrille ausgepackt heute. Nach Feierabend bin ich dann noch mit einer Freundin in den Martin-Gropius-Bau zu einer Retrospektive des Fotographen Richard Avedon. Seine Bilder haben mich wirklich beeindruckt. Super Ausstellung! Und: Als ich heimkam ging die Heizung in meinem Zimmer - jippieh!
Nichtsdestotrotz steht im dritten Satz ein "eigentlich". Bin nämlich jetzt total erschöpft, gammle auf meiner Couch rum. Eigentlich müsste ich dringend Bewerbungen schreiben, aber ich kann mich nicht aufraffen. Neue Bewerbungsfotos brauche ich auch noch. Dabei weiß ich noch gar nicht so genau, was ich nach meinem Abschluss im Frühjahr machen will. Ein bisschen Geld verdienen auf jeden Fall, Freunde besuchen und Ausland wenn's geht...
Nicht nur ich, auch mein Konto ist etwas erschöpft. Leider. Geld gibt es erst in ein paar Tagen. Dann wollte ich heute die Küche putzen, bin aber nicht dazu gekommen. Und jetzt schleppe ich das Gefühl, dass ich eben die Küche putzen muss, noch länger mit mir rum. Achja, und der Wäscheberg wächst auch so schnell. Weil ich seit Wochen nicht richtig Sport gemacht habe, bin ich auch noch verspannt und mein Rücken schmerzt ein wenig.
Ja und dann wollte ich diese Woche unbedingt meinen Mitbewohner fragen, ob wir nicht was zusammen unternehmen, weil wir irgendwie noch gar nicht die Chance hatten, uns richtig kennen zu lernen. Mit den anderen beiden war ich schon öfter unterwegs, oder hab mit ihnen TV geschaut oder so. Nur habe ich mich bisher entweder nicht getraut, ihn zu fragen, oder es hat nicht gepasst oder - und das ist meistens der Fall - seine Freundin ist hier. Dann passt es erst recht nicht - oder besser gesagt, ich habe das Gefühl, ihr würde das wohl nicht passen. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob er überhaupt Lust dazu hätte.
Jetzt geh ich jedenfalls schlafen.
Auch wenn ich gerade etwas down bin, schließe ich mit dem Satz, den wir hier am häufigsten sagen: "Ich liiiieebe Berlin..."
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Sonntag, 19. Oktober 2008
Das erste Mal...
...Abschied nehmen.
In dieser Woche hatten zwei unserer „Die Mädels vom Amt“-Runde ihren letzten Arbeitstag. Wir haben uns dann bei einer im Büro zusammengesetzt, ein bisschen Sprudel getrunken. Ja und dann hieß es zum ersten Mal Abschied nehmen. Komische Situation. Man gewöhnt es so schnell, sich jeden Tag zu sehen. Irgendwie war es schon selbstverständlich, gemeinsam zu Mittag zu Essen, Büro-Emails rum zu schreiben und sich per Hausruf zum Kaffee trinken zu verabreden. Tja, und jetzt sind die beiden schon in ihr „richtiges Leben“ zurückgekehrt. Viele Grüße nach Gießen und Münster!
...Angst haben beim Nachts heimkommen.
Samstagnacht war ich auf einer Party in Kreuzberg. War total witzig und wir hatten viel Spaß. Seitdem bin ich übrigens Elektro-Fan – oh mein Gott, wir haben bis fünf Uhr morgens getanzt und konnten nicht mehr aufhören. Dabei dachte ich immer, diese Musik wäre gar nichts für mich. Na jedenfalls sind wir dann tatsächlich irgendwann aufgebrochen und ich habe am Schlesischen Tor auf die U-Bahn gewartet. Dann kam so ein Typ zu mir her und meinte „Do you speak English?“ Ich hatte absolut keine Lust mit ihm zu quatschen, wollte aber auch nicht unhöflich sein. Er war ein Schwarzer und die sind halt meist einfach offener als wir Deutsche was mit Fremden reden angeht. Leider hat er mich dann nicht mehr in Ruhe gelassen und total genervt à la „Why do you hate me?“ und „I like you, you are so beautiful.“ Er ging einfach nicht weg, auch als ich ihn ignorierte und setzte sich dann in der U-Bahn auch noch neben mich und stieg auch am Kotti aus. Da hatte ich zum ersten Mal ein wenig Angst beim heimgehen. Naja, Gott sei dank bin ich dann im Getümmel verschwunden und nichts ist passiert.
...an zu Hause denken.
Die Zeit vergeht wie im Flug. Langsam wird mir bewusst, dass auch ich bald wieder im Flieger sitzen werde. In Passau wartet schon jede Menge Arbeit auf mich. Wenn ich mit Familie und Verwandten telefoniere, fällt mir sozusagen mein anderes Leben wieder ein. Ja und ehrlich gesagt, vermisse ich mein Auto auch ein bisschen. Auch wenn sich das total bescheuert und oberflächlich anhört. Ich freue mich auch schon darauf zurückzukommen, aber trotzdem... hoffentlich werden es noch zwei ereignisreiche, witzige Wochen hier. Ich will sie unbedingt in vollen Zügen genießen.
Foto: Das Brandenburger Tor ist eines der 49 Gebäude, welches zur Zeit beim Festival of Lights hier in Berlin illuminiert wird.
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Sonntag, 12. Oktober 2008
Hey Leutchen,
mal wieder Zeit für einen kleinen Zwischenbericht aus dem Hauptstadtstudio, oder? *g*
Unter der Woche denke ich mir immer: Bald ist Wochenende, dann kannst du dich erholen und ausruhen. Und wenn dann Wochenende ist, denke ich mir: Jetzt fängt bald die Arbeitswoche an, dann kannst du dich nach der Arbeit mal ein bisschen ausruhen und das ganze Zeug erledigen, dass du nicht geschafft hast am WE...Und dann geht es wieder von Vorne los.
Mein Wochenende war sehr schön, weil ich im Amt zwei Tage auf einer Konferenz geholfen habe, durften ich und noch andere Hospitanten Freitagabend auf eine Kosmische Nacht in ein ehemaliges DDR-Kino namens Kosmos. Dort gab es lecker Essen, Musik und vor allem Gespräche mit lauter interessanten Menschen. Anschließend war ich noch bei der Popkomm - eines der größten Musikfestivals Europas - und habe mir dort zwei Bands angehört. War wirklich gut. Samstag dann im ARD-Hauptstadtstudio ein bisschen was für die berufliche Orientierung getan und dann bin ich mit einer Freundin zum Wannsee gefahren. Oh Mann, was das schön dort. Die Sonne schien, die ganzen Laubwälder um den See - der ja eigentlich gar keiner ist - strahlten in Gelb- und Rottönen - einfach herrlich.
Den heutigen Sonntag habe ich dann erst einmal mit einem gemütlichen Frühstück in der Ankerklause begonnen. Das ist ein kleines Lokal am Landwehrkanal direkt gegenüber meiner Wohnung. Optisch hat es Kreuzberg-Style, das mag ich ja total, aber es wirkt auf den ersten Blick nicht immer einladend. Das Essen war jedenfalls richtig lecker. Anschließend gab es dann im schönen Berlin noch eine Art Passau Reunion mit drei anderen MUKlern, die mittlerweile ihre studentische Heimat in der Bundeshauptstadt gefunden haben. Das war auch richtig nett.
Und da ich ja auch hin und wieder an den Ernst des Lebens denken muss, habe ich mich heute abend meinem Lebenslauf und der Suche nach Job- und Praktikaangeboten gewidmet. So gehts, noch nicht mal mit dem einen Praktikum fertig, und schon muss man sich um etwas neues umsehen...
Tja, und weil morgen Montag ist, wird in sieben Stunden mein Wecker schon wieder klingeln. Aber ich freu mich drauf.
Liebe Grüße aus Berlin,
gkk
Achja: Ich freue mich immer, wenn ich sehe dass mein Blog gelesen wird und ihr mir nette Anmerkungen in Emails schreibt oder am Telefon sagt, aber ich würde mich auch freuen, wenn ihr hier ein bisschen aktiver werdet. Kommentare also sehr erwünscht!
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Akute Reizüberflutung
Ich weiß nicht, ob Berlin tatsächlich sexy macht – attraktive Männer gibt hier so einige – aber eins weiß ich ganz gewiss: Berlin macht arm. Mich zumindest. Mich und meine Mithospitanten. Weil die Stadt einfach so unglaublich viel zu bieten hat.
Mein Couchtisch quillt schon über vor lauter Flyer, Broschüren und Programmheftchen. Museum oder Schloss? Shoppen oder Museum? Und welches Museum? Party, Konzert oder Kino? Oder doch lieber noch ins Theater? Und wie sieht es aus mit Festival? Um euch einen Eindruck zu vermitteln, was ich meine kommt hier mein ganz persönlicher Veranstaltungskalender der vergangenen Tage...
Donnerstag, 2. Oktober: Weil diese Woche einige Hospitanten das Amt verlassen, treffen wir uns abends noch mit ein paar Leuten am Prenzlberg. „Zu dir oder zu mir?“ - das hat mich niemand gefragt, sondern so heißt unsere erste Kneipe. In der gibt es wie hier fast überall Selbstbedienung. Und wie fast überall hier ist das Publikum richtig bunt gemischt. Ein paar Straßen weiter gehen wir später deutlich geschrumpft noch in eine Bar, in der wir mit Palmen, Sand und Cocktails für vier Euro empfangen werden. Hier bleiben wir!
Freitag, 3. Oktober: Zu unserem Nationalfeiertag sind die Straßen noch voller als sonst. Nach ein bisschen Sightseeing am Nachmittag geht’s abends ans Brandenburger Tor. Auf der Straße des 17. Juni gibt es kilometerweit Bierstände, Buden für allerlei Essen und und und. Weil die Luft aber kalt und die Musik auch alles andere als heißt ist, heißt es wieder mal ab zum Prenzlberg. Diesmal Weinerei. Das heißt: Man mietet ein Weinglas für einen Euro und füllt sich so oft so viel vom Wein seiner Wahl nach, wie man möchte oder schafft. Am Ende zahlt man, was man will. Anschließend wird’s sportlich: Bei Mr. Pong. Von außen total unscheinbar, innen ein nicht möblierter Raum, in dessen Mitte eine Tischtennisplatte steht. Neben Bierpulle holt man sich also einen Schläger und läuft mit circa 30 anderen Fremden um die Platte bis nur noch zwei fürs Finalspiel übrig bleiben...
Samstag dann Tanzen im Roten Salon, Sonntagnachmittag ins Filmmuseum. Montagabend ein klassisches Konzert in der Philharmonie, Dienstag ein Kurs Deutsche Nachkriegsgeschichte im Kino. Und jetzt sitze ich hier, erledigt aber glücklich. Mit dem Wissen, dass die Woche noch ein Essen im Botanischen Garten, ein kosmischer Tanzabend, die Popkomm, eine Einladung zum Essen, ein Einkaufsbummel und noch viel viel mehr folgen wird. Ich freu mich auf dich, Berlin!
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Samstag, 27. September 2008
Zwei Freunde braucht man in Berlin
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Montag, 22. September 2008
Ein Sandwich für 75 US-Dollar
Ich schon lange nicht mehr. Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Und der Wille ist da, jeden Tag. Nur wie, das weiß ich nicht so recht. Einmal war ich bei einem Treffen der Hochschulgruppe Amnesty International. Doch statt wirklich was auf die Beine zu stellen, geht es da vor allem um's quatschen, hatte ich das Gefühl. Dabei will ich unmittelbar helfen können, ohne viel Engerie für das Darüberreden und aufs Probleme-Aufmerksam-Machen zu verschwenden.
Heute war ich bei der Berliner Zentrale von Ärzte ohne Grenzen oder Médecins sans frontières (MSF) zu Besuch. Und ich war beeindruckt. Da wird wirklich etwas getan. Dienst am Menschen, vor Ort, unmittelbar. Da habe ich wieder gemerkt, dass ich etwas tun will. Nicht ganz uneigennützig, wenn ich ehrlich bin. Ein ein Job, bei dem ich mit dem, was ich kann, Gutes tue, wäre wohl der erste Job, der mich rundherum erfüllt.
Achja, was es mit dem Sandwich auf sich hat: In der Zentralafrikanischen Republik, einem Einsatzgebiet der MSF, gibt es enorme ökonomische Probleme – wenn man das überhaupt noch so nennen kann. Eine Inflationsrate von 120 000 oder so ähnlich. Wenn man Vormittags für 1 Million mit dem Bus ins Krankenhaus fährt, kann es passieren, dass ein Fahrschein für die gleiche Strecke am Nachmittag schon 150 Millionen kostet. Ja und ein Straßenhändler verlangte von einem MSF-Mitarbeiter eben umgerechnet 75 US-Dollar für ein Sandwich, weil er, wie er selbst sagte, keinen Überblick mehr habe...
www.aerzte-ohne-grenzen.de
Macht auch was! Und viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Samstag, 20. September 2008
Eine Bayerin in Berlin
Links: Mein Home-Office.
„Startschuss zur größten Massenintoxikation der Welt“, hieß es heute in einer Eilmeldung auf süddeutsche.de. Meine Sinne noch nicht ganz beisammen, weil müde von gestern und ohnehin etwas krank, habe ich in meiner sonnigen kleinen Loggia einen ziemlichen Schreck bekommen. Oh Gott, was ist denn da passiert, dachte ich. Dachte ich wirklich. Bis ich dann auf die Nachricht klickte und verstand: O'zapft is in Minga. Ja mei...
Ja Leute, mittlerweile bin ich schon eine ganze Woche in Berlin und daher ist es wohl Zeit für ein kleines Resümée, damit ihr auch wisst, was ich hier den ganzen Tag so mache ohne euch alle. Zuerst zu meiner Arbeit: Ich kann natürlich nicht frei von der Leber weg erzählen, weil ich ja zur Geheimhaltung verpflichtet bin, deswegen nur so viel: Die Woche ist ganz gut gelaufen, es ging alles etwas drunter und drüber am Anfang. Richtig große Sachen hab ich noch nicht gemacht, aber immerhin könnt ihr schon etwas von mir lesen im Netz. Die Leute sind ganz nett zu mir, natürlich findet man nicht zu allen einen gleich guten Draht, aber das ist okay. Schön ist, dass sich Mittags die Hospitanten zum gemeinsamen Essen in der Kantine treffen und das - ich nenne es mal - Bildungs- und Freizeitprogramm richtig interessant ist. Dienstags ist zum Beispiel abends immer HOSP-Stammtisch. Am liebsten wäre es mir, wenn ich in den nächsten Wochen vielleicht ein eigenes Projekt oder zumindest spezielle Aufgaben zugeteilt bekomme, damit ich auch möglichst viel mitnehmen kann für berufliche Zukunft.
Leider hab ich mich ein wenig erkältet hier, ist es bei euch auch so kalt geworden? Naja, aber mit meiner neuen Lederjacke, die ich mir gleich am ersten Tag, ungefähr zwei Stunden nachdem ich angekommen war, hier gekauft habe (ich wollte eigentlich gar nichts, ja!), muss ich in den nächsten Wochen bestimmt nicht frieren. Übrigens habe ich hier schon eine Jogging-Strecke gefunden. Man glaubt es kaum, aber sogar ein Schotterweg, direkt vor meiner Tür. Ist echt ganz schön, so am Kanal entlang. Nur bin ich es nicht gewöhnt, dass mir dabei so viele Menschen zuschauen wie hier. Klar, die Erholungsflächen hier in der Stadt sind nicht so groß, da tummelt sich dann alles auf den wenigen Plätzen.
An die Münchner unter euch: Denkt mal an mich, wenn ihr eure Wiesn-Maß genießt. Hab gestern auch schon ein bisschen bayerisches Kulturgut verbreitet und mit meinem Zwischenmieter ein Weihenstephaner Weizen getrunken und ihm erklärt, dass es „Mass“ heißt, und nicht „Maas“.
In diesem Sinne: Servus und viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Montag, 15. September 2008
Mein erster Tag bei Fränky Steini
Heute Morgen bin ich zwei Mal aufgewacht. Erst um sieben, mit dem leisen Klicken meines neuen rosafarbenen Weckers. Das Klicken, das man hört, wenn der Zeiger auf die augewählte Uhrzeit springt, noch bevor der Alarm selbst losgeht. Dann bin ich duschen und dann bin ich ein zweites Mal aufgewacht. Denn als ich ich neben – ich betone NEBEN – dem Waschbecken im Badezimmer stand und mir aus ich würde sagen sicherer Entfernung meine Haare kämmte, kippte plötzlich ein Regalbrett aus dem Schrank und das Waschbecken zerbrach. Einfach so, während ich dastand, mit dem Kamm in der Hand, brach das Becken an zwei Stellen durch. Da war ich wirklich wach.
Anschließend mit der U8 und meiner Verkleidung zum ersten Arbeitstag. Dort erwarteten mich erstens viele viele andere Verkleidete und zweitens so unglaublich viele erste Eindrücke, so viele Namen und Geschichten, dass ich die meisten schon wieder vergessen habe. Deswegen möchte ich erst Ende der Woche was zu meiner Arbeit erzählen.
Das, was mich heute ehrlich gesagt am meisten beeindruckt hat, waren zum Einen der Paternoster-Fahrstuhl, weil ich noch nie mit so einem gefahren bin und zweitens die Dachterasse, wo man sich nach dem Mittagessen „auf ein Käffchen trifft“, wie mir eine andere Praktikantin erklärt hat. Dort stehen dann ein Haufen Leute in Businesskleidung, Zigarette in der einen und Kaffee in der anderen Hand über den Dächern Berlins. Und das Beste: Mein verkleidetes Ich mittendrin.
Ich bin gespannt auf morgen.
Und achja, was ich noch sagen wollte: Berlin - ich glaub, ich mag dich.
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Bild: Mein Büro :-)
Der rote Koffer von Berlin
Ich hob meine 34 Kilo, verpackt in einer roten, jetzt presswurstähnlichen Reisetasche und einem blauen Trolli, vom Gepäckband und machte mich auf die Suche nach dem Flughafenbus. Es mag für euch nicht besonders spannend sein, aber ich will euch erzählen, wie mich Berlin auf meiner Fahrt vom Flughafen bis zum Kottbusser Tor Willkommen hieß.
Nach zwei Stationen kam ein älterer Rollstuhlfahrer in den Bus. Der für ihn reservierte Platz war zunächst mit Koffern und allerlei Gepäck zugestellt, wurde aber von den umher stehenden Leuten schnell frei gemacht. Bis auf einen roten Koffer. „Wem jehört denn dieser rote Koffer hier?“, brüllte er durch den Bus. Niemand reagierte. Ein netter Herr startete einen nett gemeinten Versuch auf Englisch – in etwa so: „Is sere somewhere wis the red buggage?“ Keiner reagierte. Jemand rückte den ominösen Koffer freundlicherweise trotzdem zur Seite, so dass der Hilfsbedürftige wirklich genügend Platz hatte. Ein paar Minuten später, ich sog gerade die ersten visuellen Eindrücke der Stadt auf, fing der Rollstuhlfahrer abermals an zu brüllen: „Ja jehört denn niemandem dieser rote Koffer? Man sollte ihn bei der nächsten Haltestelle rausschmeißen, den Koffer. Sowat Stures, also ne.“ So ging das alle paar Minuten weiter, bis der Mann schließlich ausstieg, der Koffer blieb und von den Neuankömmlingen wieder ein bisschen verschoben wurde. Nun stand er mir gegenüber am Durchgang, angelehnt an die dortigen Sitzplätze. Eine alte Omma kam herein, ziemlich gebrechlich, musste sich beim gehen festhalten und bekam von einer jüngeren Omma einen Sitzplatz zugewiesen, den die ältere Omma vor sich hin brummend an nahm. Beim Hinsetzen war ihr aber nun dieser rote Koffer im Weg. Zitternd und wackelnd schaffte sie es trotzdem, sich zu setzen. Mit einem Male schien Omma Alt aber ungeahnte Kräfte zu entwickeln: Mit einem gekonnten Fußtritt, schubste sie den roten Koffer quer über den Gang auf meine Reisetasche. Ich dachte mir nicht viel dabei, war aber etwas verwundert. Der Koffer ragte nun ein bisschen in den Durchgang, aber die Leute konnten alle noch vorbei gehen. Alle bis auf einen Opa mit Stock, der nun hereinkam. „Soll ick drübersprinjen oder wat?“, raunzte er in meine Richtung und wedelte dabei drohend mit seiner Gehhilfe. Ich blickte ihn zuerst etwas verdutzt an, stellte den roten Koffer dann mit einiger Mühe wieder auf und platzierte ihn wieder auf der anderen Seite des Ganges – Omma alt war inzwischen ausgestiegen. Dann schickte er noch ein „Sehr großzügig, junge Dame!“ hinterher. Willkommen in Berlin, Coco!
Nichtsdestotrotz: Der Weg führte mich gleich an ein paar Wahrzeichen wie dem Kanzleramt, dem Dom und dem Alex vorbei, die Sonne schien und es sind mir auch noch ein paar nette Menschen begegnet, die mir sogar beim Tragen halfen. So habe ich es samt meiner 34 Kilogramm bis vor die Wohnungstüre geschafft.
Mittlerweile sitze ich in einem Zimmer, das nun für sieben Wochen meins sein wird, mit Blick auf den Kottbusser Damm und das Leben, welches sich hier Tag und Nacht durch die Straßen schiebt. Und ich kann es gleich aus drei Fensterfronten beobachten – da wird mir so schnell bestimmt nicht langweilig.
Viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
Freitag, 12. September 2008
On y va...
Davor gibt es aber noch ein paar Probleme zu lösen: Was packe ich ein und was muss ich nicht unbedingt mitnehmen. Und vor allem - wie bekomme ich bloß alles in meine Koffer? Und wo hab ich bloß meine kleine Reiseseife, die ich extra gekauft habe, und meinen Zahnputzbecher? Oje.
Viele Grüße noch weit weg von der Großstadt,
gkk
Montag, 1. September 2008
Großes Kleinstadtkind geht - in die Großstadt
Und weils thematisch so gut passt, wird sich mein Blogleben in den nächsten Wochen deshalb vor allem darum drehen.
Ich freu mich drauf.
Grüße aus der Kleinstadt,
gkk
Donnerstag, 21. August 2008
Leute, dass Leben hat mich wieder...
Ganz recht. Seit Dienstag sind die Fäden raus und ich kann erstens wieder ohne Sorgen lachen, zweitens wieder unter die Leute gehen und drittens gehts mir jetzt wieder richtig gut. Ein bisschen taub ist die operierte Stelle noch, aber nicht der Rede wert.
Interessanter Weise hat mich meine neue Freiheit erst einmal in meine Vergangenheit geführt. Zu Männern aus meiner Vergangenheit
Dienstagabend: mein Cousin. Früherer allerbester und wohl auch allererster Freund. Fast Bruder. Leider ist die gemeinsame Zeit seit vielen Jahren viel zu selten geworden. Ein paar Stunden am Laptop rumwerkeln - er hat gewerkelt, ich hab zugeschaut und vermutlichblöde Fragen gestellt - ein bisschen reden. Nix besonderes und doch - irgendwie schon wieder was besonderes. Laptop geht. :-) Und vielleicht gibts demnächst ja mal einen gemeinsamen Abend, ohne dass ich um einen Gefallen bitten muss.
Donnerstag von früh bis spät: Exfreund, erste große Liebe. Es war total anstrengend aber auch erfolgreich. Wir haben für seine neue Wohnung wirklich alles gefunden was er brauchte. Und ich genieße es total, dass ich bei ihm immer noch einfach Ich sein kann. Voll und ganz. Wir verstehen uns, wir kennen uns einfach, können gemeinsam lachen und uns in den Arm nehmen. Reden, ganz offen. Manchmal kann ich es kaum glauben, dass es so ist, aber ich bin dankbar dafür und irgendwie auch stolz auf uns.
Was ich eigentlich los werden möchte: man sollte, auch wenn es manchmal Mühen kostet, die alten Freunde und wichtigen Menschen nicht vergessen, nur weil neue hinzukommen oder sich die Wege mal getrennt haben. Man kann immer wieder zusammenfinden.
Achja, das Foto links ist richtig schön eklig und entstand nach einer richtig guten Silvesterparty in den ersten Stunden dieses Jahres. Für euch mag es nur eklig sein, aber ich verbinde schöne Erinnerungen an eine schöne Zeit damit - und dass ist doch das entscheidende. Ich wünsche euch, dass ihr auch solch ein Foto habt.
Viele Grüße aus der Kleinstadt,
gkk
Samstag, 16. August 2008
Post-OP-Depri
Eigentlich gehts es mir ja schon besser - immerhin kann ich mittlerweile essen, mhm. Und wenn ich rede, versteht mich meine Familie sogar ohne nachzufragen. Fortschritt. Aber wenn mich eine Freundin anruft oder ich einen Witz mache, stehe ich vor dem Problem, dass ich nicht ohne Schmerzen lachen kann. Und es auch nicht sollte, da sonst die Narbe aufreißt. Also, lieber noch ein bisschen selbstgewählte Iso-Haft...
Ja jedenfalls, vielleicht liegt es wirklich nur an meiner momentanen Situation, aber als heute die Karte aus Südafrika gekommen ist und dann mein Ex sich gemeldet hat, wann ich ihm beim Möbel kaufen helfen kann, wurde mir eins ganz deutlich klar: Alle bewegen sich, nur bei mir geht nichts vorwärts. Gar nichts. Akuter Stillstand. Status quo. Und das schon seit fast einem halben Jahr.
D., eine meiner besten Freundinen hat in der Zeit ihren dritten Lover, J. ihre Arbeitsstelle gewechselt und für A. geht es in ein paar Wochen nach England. Mein Ex zieht wie gesagt in eine neue Stadt, L. kommt nächste Woche aus Afrika zurück und I. zieht Ende des Monats mit ihrem Freund zusammen. Und ich? Ich kann mich noch nicht mal für ein Thema für meine Abschlussarbeit entscheiden.
Naja, ich sitz einfach noch ein bisschen hier rum und warte. Irgendwann schaut das Leben vielleicht auch bei mir vorbei. Hoffe ich. Wenn nicht, muss ich suchen gehen...
Viele Grüße aus der Kleinstadt,
gkk
Donnerstag, 14. August 2008
Soll man schweigen oder seinen Senf dazu geben? Zu den Spielen in Peking 2008
Gebe ich bei Google "Olympia 2008" ein, erscheinen an 1. und 2. Stelle Eigenwerbung des genannten Internetriesens sowie der Liveticker von n-tv. An dritter Stelle sehe ich, dass China mit mittlerweile 22 Goldmedaillen seinen Vorsprung im Medaillenspiegel weiter ausgebaut hat. Das ist, was ich auf meinem Bildschirm lesen kann. Denken muss ich dabei an viel mehr.
Doping. Autoritäres Regime. Betrug. Propaganda. Tibet. Symbolische Politik. Medienberichte. Pressefreiheit. Jahrelanges Training. Die vielen Menschen und ihre ganz persönlichen Geschichten dahinter.
Wissen wir, was läuft?
Fast jedes Mal, wenn ich beim Zappen zufällig einen Wettkampf sehe, werden neue Weltrekorde aufgestellt. Teilweise um mehrere Sekunden werden die Bestmarken vorheriger Wettkämpfe unter- oder überboten.
Ich sehe Show. Eine Eröffnungsfeier der Superlative. Tausende von Menschen, gleich gekleidet, die simultan die gleichen Bewegungen ausführen. Immer und immer wieder. Das hat etwas beängstigendes.
Ich sehe Straßenkämpfe, wo Polizisten auf unbewaffnete Mönche losgehen. Woher nimmt der Dalai Lama schnell wieder seinen Anspruch auf politische Führung? Lasse ich mich von der tendentiellen Berichterstattung beeinflussen?
Ich sehe George Bush, der schnell mit seiner The-stars-and-stripes winkt, als er sich im Bild der Kamera sieht.
Smog. Fahrverbot. Wanderarbeiter. Militär. IOC. Sponsorenverträge. Proteste. Krieg statt olympischer Frieden. Und ein bisschen Sport
Wohl eher nicht.
Trotz allem sollte man die sportlichen Leistungen nicht aus den Augen verlieren. Und dazu zählen auch die Erfolge, die die deutsche Mannschaft in China erzielt hat. Eine Freude anzusehen! http://de.youtube.com/watch?v=H9UsF_AZBoM
Wer über die sportliche Seite der Spiele auf dem neuesten Stand bleiben will:
http://sport.ard.de/sp/olympia/
http://www.sueddeutsche.de/sport/543/302539/uebersicht/
Achja, immer im Schatten des Vaters, aber mindestens genauso interessant und meiner Meinung nach viel beeindruckender: die Paralympics. Sie finden in diesem Jahr vom 6. bis zum 17 September statt.
Viele Grüße aus der Kleinstadt,
momentan selbst sehr unsportlich unterwegs
gkk
Mittwoch, 13. August 2008
Verstecken spielen
Nach einer helftigen Infektion vor zwei Wochen, die mich fast eine Woche an mein Zimmer fesselte und mir sieben Tage meiner Ferien und jede Menge Spaß kostete, hänge ich nun schon wieder zu Hause rum. Gestern musste ich operiert werden - im Gesicht.
Eigentlich würde ich mich nicht als eitel bezeichnen. Gut, ein bisschen Marscara trage ich immer auf, wenn ich aus dem Haus gehe, aber das wars auch schon. Make-Up besitze ich nicht mal und ich gehöre auch nicht zu der Sorte, die beim Essen nur einen kleinen Salat bestellt und anschließend eine halbe Stunde joggen geht, weil im Dressing Sahne war. Ganz bestimmt nicht. Aber jetzt, wo ich für ein paar Tage - und hoffentlich wirklich nur für ein paar Tage - "entstellt" bin, merke ich, wie wie sehr man sich doch Gedanken um das eigene Äußere macht. Selbst vor dem Menschen, die mich kennen und jeden Tag sehen, die ich seit meiner Kindheit kenne, denen ich vertrauen kann, schäme ich mich. Nur weil ich nun für ein paar Tage ein bisschen wie eine Ente aussehe.
In ein paar Tagen ist es hoffentlich vorbei und dann gehe ich meinen Cousin besuchen, im Wald joggen, einkaufen, Eis essen und verreise. Und ich freue mich schon darauf, die Leute ungehemmt anzulächeln.
Oh - es klingelt. Ganz leise und nur nicht bewegen. Hoffentlich kann man das Flimmern des Fernsehers draußen nicht sehen...
Viele Grüße aus der Kleinstadt,
gkk
Freitag, 8. August 2008
Summer in the city - und viel zu wenig Zeit
Also, heute früh um halb sieben raus, ab in die Arbeit, dann in die Bib, weil ja schließlich bald meine Abschlussarbeit ansteht - Bücher suchen, Bücher bestellen, Bücher kopieren - und schon ist es mittag vorbei. Am Nachmittag dann mit einer Freundin treffen, schließlich hat man ja auch noch ein soziales Leben zu führen beziehungsweise möchte ein soziales Leben haben und seine Freunde treffen. Nur manchmal artet es echt in bisschen in "Freizeitstress" aus - das Kaffee trinken mit Plaudern als Termin den man einhalten muss. So sollte es aber eigentlich nicht sein.
Naja, jedenfalls war es schön und lustig mit den Mädels. Und jetzt muss ich nochmal kurz in die Arbeit, und nachholen, was ich am Vormittag nicht geschafft habe. Dann in der Bib noch dieses eine Buch kopieren, anschließend Lebensmittel einkaufen, die Wohnung gehört geputzt und ich muss für die Grillfeier ein Tiramisu machen und dann...
Ja, so entspannt sind meine ersten freien Tage. Ich hoffe, es geht nicht nur mir so :-)
Und irgendwie ist es ja auch schön.
Viele Grüße aus der Kleinstadt,
gkk
Montag, 4. August 2008
Sonntagsblues
Eigentlich war das Wochenende echt schön. Nach sieben Tagen Zwangspause und Iso-Haft wegen einer Infektion konnte ich meine Freie Zeit genießen. Mit der Freundin den Freitagnachmittag in der Stadt vertrödeln, Pläne für den bevorstehenden Urlaub machen, Samstag mit der gesamten Family grillen, abends weggehen und am Sonntag Fußballplatz. Selbst als ich mich abends ins Auto setzte, auf der gesamten Fahrt Richtung Studium und Arbeit war keine Spur von dieser Zerrissenheit zu spüren.
Zurück in der Stadt, war ich ohnehin gleich verabredet, hatte also gar keine Zeit zum durchatmen, geschweige denn zum Nachdenken. Aber auf dem Heimweg. Wie so oft während der vergangenen Jahre ging den Schleichweg zu meiner Wohnung hoch. Da fing es schon an. Dann noch die leere Wohnung, das nicht bezogene Bett, der offene Koffer auf dem Boden. Da wurde mir wieder klar, dass ich unterwegs bin. Unterwegs durch mein Leben, durch die Zeit, allein und ich nicht weiß, wo ich hingehöre. Auf der Suche nach den eigenen Wünschen, nach Menschen, die einem so wichtig sind, dass es weh tut. Auf der Suche nach dem Einen, was einem Erfüllung bringt.
Ich weiß nicht wohin ich gehe.
Kommt man jemals an?
Donnerstag, 31. Juli 2008
Mein Blog wird sich um mich, mein Leben, mein Leben, meinen Alltag drehen (laut Wiki-Definition wäre das ein Private Blog. Aha). Weil mich die Umgebung, in der ich aufgewachsen bin und die, in der ich mittlerweile lebe, beide einen großen Einfluss auf mich haben und ich mich damit auseinandersetze, geht es also im gewissen Sinne auch um die Stadt, aus der ich schreibe (Placeblog nennt sich das). Naja, und weil nicht nur dass wichtig ist, was in meiner Lebensumwelt geschieht, sondern mich auch beschäftigt, wie es in der großen weiten Welt so zugeht, werde ich wohl auch das ein oder andere Mal zu aktuellen Themen Stellung nehmen. Gibts dafür auch eine Blog-Kategorie? Hab bisher keine gefunden.
Viele Grüße aus der Kleinstadt!
gkk
Dienstag, 29. Juli 2008
Los geht's...
So schnell geht's...
Ein paar geschickte Tastengriffe eines Könners und schon postet Großeskleinstadtkind im unbegrenzten Web. So schnell, dass ich mir erst noch genau überlegen muss, was lesenswert und lesbar sein könnte.
Dieser Blog ist als Experiment zu sehen - vielleicht für ein paar Wochen, vielleicht auch länger, vielleicht interessiert es jemanden, vielleicht auch nicht. Vielleicht findet mich auch gar niemand. Mal sehen, was kommt.
Viele Grüße aus der Kleinstadt