Freitag, 29. Mai 2009

There is always a time to vote!



Am 7. Juni sind in Deutschland Europawahlen.

Für diejenigen unter euch, die an der Bedeutung der EP-Wahlen noch immer zweifeln, mit Europa nicht viel anfangen können, weil es zu weit weg ist oder zu unübersichtlich oder was auch immer, ein kleiner Hinweis: In Deutschland regeln 10.279 Gesetze aus Brüssel unser Leben, aber nur 2.391 aus dem Bundestag in Berlin.

Und weil Bilder mehr sagen als tausend Worte:

http://www.youtube.com/watch?v=tlP5ekdGwik

http://www.youtube.com/watch?v=lOP6hbs9qwY&feature=channel

http://www.youtube.com/watch?v=EBF0tgQGkbQ&feature=channel



Aus dem Herzen Europas grüßt euch
gkk

Samstag, 23. Mai 2009

Sun ist shining...



Kaum zu glauben, es ist jetzt tatsächlich zwei Tage hintereinander schönes Wetter hier. Mit Sonnenschein und (fast durchgehend) blauer Himmel. Zwar geht es trotzdem nicht so weit über die 20 Grad hinaus, schon allein wegen dem Wind hier. Aber immerhin!

Wir haben mittlerweile das Flachdach des Büros im Erdgeschoss zur Dachterasse umfunktioniert. Das ist total super - viel Sonne, zum Innenhof gelegen, also auch ruhig und viel Platz. Zugegebenermaßen ist es halt einfach ein Dach und daher nicht sonderlich schön oder sauber. Aber das ist egal. Hoffentlich kommen noch ein paar heiße Sommertage und laue Nächte.

Am Mittwochabend waren wir wieder beim Afterwork am Place Lux. Dort haben wir zwei Typen kennen gelernt, einen Ami und einen Belgier, die hier gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Dann hatten wir alle Hunger und der Ami meinte nur "Let's go to my place!" Also wir alle ins Taxi. Zunächst waren wir skeptisch, auch noch als er bereitwillig die Taxikosten übernahm. Als wir dann aber das Haus betraten waren wir nur noch erstaunt. Seine Firma zahlt ihm nämlich mit zwei Kollegen eine riesige Wohnung mit Dachterasse, alles superneu eingerichtet. Wahnsinn, ich habe noch nie in so einer Wohnung gestanden. Dann hat er uns mit Essen und Getränken versorgt und anschließend sind wir ins Havanna - wieder auf Kosten der Firma. Wie verrückt ist das denn bitte? Dort hat mich dann - total witzig - ein Typ angetanzt, mit weißer Hose und weißem, offenem Hemd. Ich dachte schon "OH nein", aber dann hat er mir ins Ohr geflüstert "Don't worry, I am gay." Ich muss sagen, schwule Brasilianer können sehr gut tanzen. Mit "This is my boyfriend, Benoît" hat er mir dann noch seinen Freund vorgestellt. Wie süß. Ich bin ganz begeistert =)

Naja. Inzwischen habe ich ja auch ein paar Seiten gefunden, die mir an Brüssel nicht gefallen. Und dazu gehört definitiv, dass es hier kaum Lokale gibt, in denen man Frühstücken respektive Brunchen kann. Dabei lieb ich das doch über alles. Das ist wirklich blöd. Aber die Waffeln sind lecker, da kann man nichts sagen.


Liebe Grüße aus Brüssel,
gkk


Bild: Der Havanna Club.

Montag, 18. Mai 2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit

Ich bin mir zwar nicht sicher, wo meine Arbeit in der oben stehenden Seite einzuordnen ist, aber jedenfalls arbeite ich seit mittlerweile über zwei Wochen im Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Meine tägliche Arbeitszeit von 9 bis 18 Uhr (Freitags bis 14 Uhr) kann ich nicht immer ganz ausfüllen. Das ist an sich nicht schlimm und auch ganz normal, aber ich hab's eigentlich lieber, wenn ein bisschen mehr Power gefordert wird. In meine Abteilung "Multinationaler Entwicklungsdialog" im 2. Stock des Gebäudes sind noch vier Leute, der Rest der Truppe (sechs Personen) sitzt einen Stockwerk tiefer und kümmert sich um innereuropäische Angelegenheiten und Veranstaltungsorganisation. Mit Andrea, der anderen Praktikantin gehe ich meistens in die Mittagspause, und Max aus Passau habe ich mittlerweile auch kennen gelernt und für nett befunden ;-) Nur ist er - ich bin mir nicht sicher wie ich es einschätzen soll - wahlweise distanziert/uninteressiert oder distanziert/schüchtern.

Momentan bewerben wir uns für einen Rahmenvertrag, das heißt, einen Vertrag, der der KAS seitens der Kommission regelmäßig Aufträge und Gelder zusichert. Ich musste bisher viel übersetzen und Lebensläufe überarbeiten und in ein Formular pressen und solche Sachen. Von der Spannung her geht's so - man muss schon sagen, Entwicklungspolitik ist halt selten "Ich mach was Gutes" im Sinne von mal schnell einen Brunnen graben, sondern viel Administration und leider auch, einfach Kampf um die EU-Gelder. Sehr gut finde ich, dass ich doch viel mit Englisch und Französisch zu tun habe und es hin und wieder ganz interessante Veranstaltungen gibt. So erlebe ich auch in der Praxis, wie Politik funktioniert, die Institutionen zusammen wirken usw.

Die Kollegen sind für sich alle sehr lieb und nett, es fehlt aber ein bisschen an Gruppengefühl, meine ich. Hinzu kommt, dass zur Zeit einige Personalwechsel anstehen und ich zum Beispiel in meiner Abteilung in vier Wochen eine neue Chefin bekomme.

Fazit: Die Arbeit ist bisher recht gut, die großen Herausforderungen lassen aber noch auf sich warten...


Viele Grüße aus Europas Machtzentrum,
gkk

Montag, 11. Mai 2009

Brüsseler Vielfalt



Es hilft nichts, Leute ich muss euch noch von meinem Wochenende erzählen :-)

Schon nach wenigen Tagen hier merkt man ja, wie kontrastreich Brüssel ist: viele, viele Nationalitäten, viele, viele Lebensentwürfe, Viertel und Plätze mit ganz unterschiedlichem Charakter - und diese krassen Unterschiede spiegeln sich auf ganz einmalige Weise in der Stadtarchitektur wieder. Alte Backsteinhäuser mit Balkon, die imposanten Glasfassaden der EU-Institutionen, Bauruinen, zerfallene Hütten, Baustellen - und das alles auf wenige Meter. Etwas von dieser Vielfalt habe ich in den vergangenen Tagen schon mitgenommen.

Am Freitag war ich mit einem Mitbewohner und Bekannten von ihm in der Stadt unterwegs, zunächst was trinken. Weil Bekannte wieder welche kannten und so weiter, saßen wir schließlich mit zehn Leuten am Tisch und haben in allen möglichen Sprachen gequatscht. Anschließend sind wir in den Havanna Club - und haben dort viel lateinamerikanisch getanzt. Zumindest habe ich es versucht.

Am Samstag hatten dann zum Europatag sämtliche EU-Institutionen offen. Foto: Ich am Rednerpult des Plenarsaals im EU-Parlament. Haben uns alles ein bisschen angeschaut und war sehr interessant. Interessant war auch, wie sich die zivilisiertesten Menschen benehmen, wenn es etwas umsonst gibt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, im bin in einem Rockkonzert. Abends sind wir dann in eine etwas schickere Gegend gefahren und haben dort eine total urige Kneipe mit einer ca 2 Quadratmeter großen Bühne entdeckt. Das Publikum war absolut links, das Trio hat Lieder über das Proletariat, gegen den Staat usw. gesungen und die ganze Meute samt uns dabei hat getanzt.



Am Sonntag war dann in der Stadt Straßenfest. Schon auch mit vielen Info- und Essensständen, wie wir es kennen. Aber es waren auch überall in der Stadt Bühnen und vor allem DJs haben aufgelegt. So war ich dann gleich mal auf meiner ersten Elektroparty unter freiem Himmel *g*. Auf einem Platz vor einem Schloss lag Rollrasen zum Mitnehmen und so haben sich die Leute einfach eine Wiese ausgelegt. Mitten am Tag haben die Leute getanzt, getrunken, geraucht (und mit Rauchen meint man hier alles mögliche). Zu gucken gab's jedenfalls genug...

A bientôt,
gkk

Freitag, 8. Mai 2009

Nach der Arbeit geht's zum Afterwork

Hallo ihr,

kaum bin ich hier angekommen, ist auch meine erste Woche schon wieder fast vorbei... Ich glaube ich habe mich mittlerweile ganz gut eingelebt. Morgens um 7.30 klingelt immer mein Wecker und dann geht's nach dem Frühstück mit dem Bus zur Arbeit. Der fährt fast vor meiner Haustüre los und ich bin auch nur zehn Minuten unterwegs, was sehr relaxing ist. Mein Arbeitstag beginnt dann um neun. Wenn's geht, mache ich mit Andrea, meiner Mitpraktikantin, Mittagspause und wir laufen über die Einkaufsmeile auf der Suche nach etwas, das erstens lecker und zweitens bezahlbar ist. Die Preise hier in Brüssel sind nämlich wirklich der Hammer. Glücklicherweise bekommen wir in der Stiftung sämtliche Getränke gestellt...

Und wenn ich mich dann um Recherchen, EU-Anträge und Übersetzungen gekümmert habe (das waren so die Hauptaufgaben in meiner ersten Woche) ist um 18 Uhr Feierabend. Generell war die Arbeit diese Woche noch nicht so super, ich fühle mich nämlich noch etwas unterfordert... Und ich hoffe, meine Aufgaben wachsen mit der Zeit.

Dafür habe ich heute habe ich eine echte Brüsseler-EU-Arbeits-Tradition kennen gelernt: den Afterwork. Donnerstags treffen sich nämlich Stagiaires, Assistenten, Parlamentatrier und Ähnliches gleich nach der Arbeit in einer der Kneipen und Cafés auf dem Place Luxembourg. Das ist der Platz vor dem EU-Parlament und liegt bei mir um die Ecke. Ab 18 Uhr ist also dieser Platz total mit Anzug- und Kostümtragenden Menschen überfüllt, die bei einigen Bierchen bis in die Nacht hinein ihren Feierabend genießen. Ein lustiger Anblick und die Stimmung ist sehr nett. Und ich bin endlich zu meinem ersten belgischen Bier gekommen. Wurde auch Zeit :-)

Grüße aus dem Herzen Europas,
gkk

Samstag, 2. Mai 2009

24 Stunden Brüssel


So ihr Lieben,

nun bin ich also angekommen, in der Hauptstadt Europas. Physisch jedenfalls, psychisch noch nicht ganz. Als ich die Koffer gestern in "meinem" Zimmer angestellt hab, war ich vor allen Dingen ziemlich erledigt - von der Reise, von den vielen ersten Eindrücken und wohl auch noch vom Stress der ganzen letzten Wochen, den ich nun hoffentlich endlich hinter mir lassen kann.

Heute hab ich erst einmal ausgeschlafen. Dann ging's zum Aldi um die Ecke und ich habe mir ein Monatsticket für die Öffentlichen besorgt. Damit bin ich gleich ein bisschen rumgefahren und habe mich in verschiedenen Stadtteilen durch die Straßen treiben lassen. Am Grote Markt, das ist das Zentrum der Stadt, war ein Wettbewerb, bei dem man die schönste Vogelscheuche wählen konnte :-) Das ist mal was anderes, oder?

Leider ist das Paket mit meinen Bettsachen noch nicht angekommen. Eine meiner Mitbewohnerinnen hat mir zwar eine Decke geliehen, aber so ohne richtige Ausstattung, insbesondere ohne Kissen, schläft es sich halt nicht so gut.

Das waren in aller Kürze die heutigen Nachrichten aus Brüssel.
Mehr davon gibt's in den nächsten Tagen.


A bientôt,
gkk

Freitag, 1. Mai 2009

Auf in die nächste Runde....

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B R Ü S S E L

2 0 0 9

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