Sonntag, 28. Juni 2009

Dickes B an der Spree...

...weil's so schön war, wieder bei dir zu sein, B, heute ein besonderer Blogeintrag über ein besonderes WE in einer erst recht besonderen Stadt.

Freitag:
Galeries Lafayette
http://www.lafayette-berlin.de/

Club der Visionäre
http://www.clubdervisionaererecords.com


Samstag:

Cristopher Street Day
http://www.csd-berlin.de




Kings of Leon in der O2-Arena - an dieser Stelle danke für die Karte =)
http://www.kingsofleon.com

Und da waren wir mittendrin:
http://www.youtube.com/watch?v=cqmK2ChJYKE

Sonntag:
Echter Frühstücksrunch (juhu!) mit ein paar alten Bekannten aus der Amtszeit und meiner Freundin im Gagarin. Sehr lecker und sehr nett!



Ich brauch wohl nicht nochmal zu betonen, wie schön das Wochenende war...
Bis bald,
gkk

Freitag, 19. Juni 2009

Bauernaufstand

Kaum zu fassen, dass das überhaupt möglich ist, aber in den vergangenen beiden Tagen war Brüssel noch viel lauter und hektischer als sonst: Der Europäische Rat hat in Brüssel getagt.

Und weil Angie, Monsieur Bling-Bling und die anderen eben geschützt werden müssen, hat man das Gelände rund um Kommission und Ratsgebäude komplett verriegelt, hunderte von Polizisten waren unterwegs, Hubschrauber überflogen die Stadt in regelmäßigen Abständen und auf dem Weg nach Hause musste ich gestern über Stacheldraht steigen =)

Autoreifen haben gebrannt und stundenlanges Hupen

Komplett wurde das Verkehrschaos dann, weil u.a. der Bund der deutschen Milchviehhalter zur Demo aufgerufen hatte. Als Christiane, meine neue Mitpraktikantin, und ich, am Donnerstag in die Mittagspause wollten, machten wir die Haustüre auf: draußen war alles voll Rauch und es hat fürchterlich gestunken. Wir: "Oh Gott! Es brennt, es brennt!" Als wir dann aber nach links guckten, haben wir gesehen, dass der komplette Park und die Tervuren-Straße mit riesigen Traktoren und Anhängern vollgestopft war. Vor allem aus Deutschland waren auch viele Milchbauern dabei (wie lange man wohl braucht, wenn man zum Beispiel vom Westerland aus mit dem Traktor nach Brüssel fährt?) und ich muss sagen, sie waren auch sehr kreativ mit ihren Protestschildern. Ich wollte mir unbedingt alle Sprüche merken, aber das hat natürlich nicht geklappt. Ich weiß nur noch "Lait = vie" und "Kuh tot, Bauer tot, alle in Not".

Das war wenigstens mal eine Abwechslung diese Woche. Denn in der Arbeit war ansonsten absolute langeweile angesagt. Andererseits konnte ich die Zeit für meine Bewerbungen nutzen und das ist auch gut.


Ansonsten freu ich mich aufs Wochenende und hoffe, ihr habt alles was schönes vor!
Ich denke an euch,

gkk


Bild: Der Parc Cinquantenaire in Bauernhand.

Montag, 15. Juni 2009

Wenn hier und dort sich treffen

Und *schwupps* ist schon wieder eine Woche um. Mittlerweile habe ich ziemlich genau die Hälfte der Zeit in Brüssel hinter mir und spüre heute abend zum ersten Mal akute Unlust, morgen in die Arbeit zu gehen...

Na jedenfalls hatte ich ein sehr anstrengendes aber auch schönes Wochenende, denn meine Eltern waren zu Besuch. Das heißt, sehr viel Sight-Seeing, unter anderem zum Atomium, wie man auf dem Bild sehen kann, und so konnte ich auch wieder viele neue Facetten der Stadt entdecken. Entdeckt, oder besser gesagt, bewusst wahrgenommen habe ich aber durch meine Eltern auch die extremen Gegensätze meines Lebens. *Hier* in Brüssel das extrem multikulturelle Umfeld, die Lautstärke, der Schmutz, der extreme Reichtum auch in manchen Teilen, und *dort* mein zu Hause, wo ich aufgewachsen bin und was meine Eltern ausmacht. Dieser Widersprüche sind an diesem Wochenende sehr stark aufeinander geprallt. Und ich merke ganz eindeutig, wo ich herkomme und dass ich dort gleichzeitig aber auch nicht mehr wirklich hinpasse...


So, genug philosophiert für heute =)

Bis bald, à bietôt,
gkk

Donnerstag, 11. Juni 2009

Wie viel Motivationsschreiben kann ein Mensch ertragen?

Sicher fragt ihr euch schon, wann ich endlich was zur Europawahl am vergangenen Sonntag schreibe und dass es bestimmt voll spannend war hier in Brüssel. Tatsache ist: Es gibt leider nicht viel dazu zu erzählen. Ich war mit meiner neuen Mitpraktikantin am Sonntagabend auf der "Wahlparty" der EVP im Europaparlament. Nach dem vierten Mal Taschen scannen und so weiter haben wir endlich den richtigen Eingang gefunden - wie ich nachher festgestellt habe, hatte ich mein Pfefferspray noch in der Handtasche, ohne dass mich jemand beim Check-In darauf angesprochen hat. Endlich drinnen, machten wir uns auf die Suche nach der Party - das Problem war nur: es gab irgendwie keine. Die meisten Abgeorndeten waren gar nicht da, in einem Saal wurden mit einiger Verzögerung die Ergebnisse vorgelesen (im Internet waren sie schneller), im Flur gab's am Treppenabsatz Getränke, für die man eine halbe Stunde anstehen musste und das Buffet bestand aus zwei Tabletts, die alle viertel Stunde mit Brötchen gefüllt gebracht wurden und von denen innerhalb einer Minute nichts mehr übrig war... Und die VIPs haben auch noch getrennt gefeiert.

Wir hatten in unserer TV-beeinflussten Naivität einen Raum voller gespannt dreinblickender Menschen erwartet, den Ergebnissen entgegenfiebernd, die Korken knallend, ob aus Wut oder Enttäuschung oder Freude. Aber nix da.

Heute waren wir dann bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung - und man merkt einfach, dass die Leute dort viel viel anders sind als die Konservativen. Man merkt es einfach sofort, wenn man auch nur über die Türschwelle tritt. War jedenfalls recht nett, eine Belgierin erzählte über die Rolle von Frauen in Transformationsländern. Und nächste Woche gehen wir wieder hin =)

Ja und dann sollte ich mich ja eigentlich DRINGEND um meine blöden Masterbewerbungen kümmern und wieder einmal eines dieser noch viel blöderen Motivationsschreiben verfassen. Und das schlimmste daran ist das Wissen, dass noch einige mehr Motivationsschreiben darauf warten, von mir verfasst zu werden. Vielleicht werde ich doch Hausfrau...


Viele Grüße aus Brüssel,
gkk

Samstag, 6. Juni 2009

Does it make a difference?

In dieser Woche ging's mit meiner Karriere steil bergauf =)

In der EU Kommission war eine Konferenz mit dem Titel "Making the difference" - und ich durfte die KAS dort vertreten. Also habe ich mich zwei Tage in mein Business-Outfit geschmissen, viel geguckt und zugehört und auch ein bisschen gestaunt.

Inhaltlich ging es um Konfliktbewältungung und Krisenprävention. Zusammen mit meinem Chef hatte ich zuvor die Vorträge ausgesucht, die für die KAS und ihre Arbeit von Interesse sind: Afghanistan, globale Zusammenarbeit, Naher Osten und EU-Afrika-Beziehungen. Sehr interessant! Als Begrüßungsgeschenk gab es für jeden Konferenzteilnehmer eine Arbeitsmappe mit Schreibutensilien und dergleichen - aber nicht die üblichen aus Pappe, sondern eher so eine Art Aktentasche. Und: ein Buch mit Fotos und Erfahrungsberichten aus Krisenregionen - das schlappe 60 Euro kostet. Also falls ihr euch fragt, für was in Brüssel die Steuergelder verwendet werden...

Die Panels der einzelnen Vorträge waren sehr hochrangig besetzt, es gab zum Beispiel eine Schalte zu einem Afghanischen Minister, die EU-Kommissarin Benita Ferrero Waldner hielt selbst eine kurze Keynote, beim Mittagsbuffet kam ich dann mit einem Policy Adviser von Barroso ins Gespräch, der einige lustige Geschichten zu erzählen hatte und irgendwelche wichtigen Menschen von der Arabischen Liga und von einem Institut in Kinshasa haben mir ihre Visitenkarten zugesteckt. Wie witzig, oder? Da ist Außenpolitik plötzlich nicht mehr nur ein Wort oder der Titel eines Uniseminars, sondern voll und ganz real.

Ich selbst habe mich die ganze Zeit bemüht, zu verstecken, dass ich Praktikantin bin, damit die Leute mit denen ich mich unterhalte, mich auch Ernst nehmen. Und wie es scheint, hat es auch ganz gut geklappt. Gleichzeitig habe ich aber auch entdeckt, wie ich Studenten und Praktikanten mit ziemlicher Treffsicherheit aus der Menge herausfiltern kann: In der Außenpolitik ist eben manchmal auch hilfreich, wenn man die gesamte H&M-Kollektion kennt *g*


A bientôt und viele Grüße nach Hause,
gkk

Montag, 1. Juni 2009

Wo die Musik in den Straßen erklingt...

Eines kann ich mittlerweile definitiv über Brüssel sagen: dass hier jedes Wochenende ein Straßenfest oder ein Open Air oder Ähnliches veranstaltet wird. An diesem WE war der Jazz-Marathon. Das heißt, 400 Künstler spielten in mehr als 125 Konzerte, Open Air und in vielen vielen Lokalen.
Am Samstag sind wir zunächst die verschiedenen Plätze in der Innenstadt abgelaufen, wo überall zwar Jazz, aber doch ganz unterschiedliche Musik gespielt wurde. Um 11 landeten wir dann schließlich in einer Live Musik Bar, wo eine Funk-Band gespielt hat - und es war der Hammer. Es war zwar total heißt und eng in der Kneipe, aber die Band war so gut und wir hatten so viel Spaß, dass das irgendwie auch wieder gepasst hat. Um die Stimmung zu verdeutlichen: der Boden war so fertig, dass ich ständig aus meinen Schuhen geschlupft bin, weil die am Boden festgeklebt sind. =)

Sonntag hat dann in eben dieser Kneipe eine Männer-Latino-Combo gespielt. Und wir? Wieder mittendrin. Und wieder war die Band absolut super. Jedenfalls habe ich dann beschlossen, dass mein Mitbewohner mir nun endgültig ein Paar Salsa und Merenge-Schritte beibringen muss. Die Fotos da drin sind leider nicht so gut geworden, deswegen eins vom Grote Markt...

Viele Grüße aus Brüssel,
gkk