Mittwoch, 8. Oktober 2008

Akute Reizüberflutung


Ich weiß nicht, ob Berlin tatsächlich sexy macht – attraktive Männer gibt hier so einige – aber eins weiß ich ganz gewiss: Berlin macht arm. Mich zumindest. Mich und meine Mithospitanten. Weil die Stadt einfach so unglaublich viel zu bieten hat.


Mein Couchtisch quillt schon über vor lauter Flyer, Broschüren und Programmheftchen. Museum oder Schloss? Shoppen oder Museum? Und welches Museum? Party, Konzert oder Kino? Oder doch lieber noch ins Theater? Und wie sieht es aus mit Festival? Um euch einen Eindruck zu vermitteln, was ich meine kommt hier mein ganz persönlicher Veranstaltungskalender der vergangenen Tage...


Donnerstag, 2. Oktober: Weil diese Woche einige Hospitanten das Amt verlassen, treffen wir uns abends noch mit ein paar Leuten am Prenzlberg. „Zu dir oder zu mir?“ - das hat mich niemand gefragt, sondern so heißt unsere erste Kneipe. In der gibt es wie hier fast überall Selbstbedienung. Und wie fast überall hier ist das Publikum richtig bunt gemischt. Ein paar Straßen weiter gehen wir später deutlich geschrumpft noch in eine Bar, in der wir mit Palmen, Sand und Cocktails für vier Euro empfangen werden. Hier bleiben wir!


Freitag, 3. Oktober: Zu unserem Nationalfeiertag sind die Straßen noch voller als sonst. Nach ein bisschen Sightseeing am Nachmittag geht’s abends ans Brandenburger Tor. Auf der Straße des 17. Juni gibt es kilometerweit Bierstände, Buden für allerlei Essen und und und. Weil die Luft aber kalt und die Musik auch alles andere als heißt ist, heißt es wieder mal ab zum Prenzlberg. Diesmal Weinerei. Das heißt: Man mietet ein Weinglas für einen Euro und füllt sich so oft so viel vom Wein seiner Wahl nach, wie man möchte oder schafft. Am Ende zahlt man, was man will. Anschließend wird’s sportlich: Bei Mr. Pong. Von außen total unscheinbar, innen ein nicht möblierter Raum, in dessen Mitte eine Tischtennisplatte steht. Neben Bierpulle holt man sich also einen Schläger und läuft mit circa 30 anderen Fremden um die Platte bis nur noch zwei fürs Finalspiel übrig bleiben...


Samstag dann Tanzen im Roten Salon, Sonntagnachmittag ins Filmmuseum. Montagabend ein klassisches Konzert in der Philharmonie, Dienstag ein Kurs Deutsche Nachkriegsgeschichte im Kino. Und jetzt sitze ich hier, erledigt aber glücklich. Mit dem Wissen, dass die Woche noch ein Essen im Botanischen Garten, ein kosmischer Tanzabend, die Popkomm, eine Einladung zum Essen, ein Einkaufsbummel und noch viel viel mehr folgen wird. Ich freu mich auf dich, Berlin!


Viele Grüße aus der Großstadt,

gkk

2 Kommentare:

lizardking hat gesagt…

Ich bin begierig zu erfahren was ein kosmischer Tanzabend zu bieten hat, aber für den Anfang wäre ich schon mit Mr.Pong zufrieden.

Großeskleinstadtkind hat gesagt…

Ein "kosmischer Tanzabend" ist eine Tanzveranstaltung im Kosmos - dem größten Kino der ehemaligen DDR. Du siehst also, ich wandle hier auf historischen Spuren...