Sonntag, 18. September 2011

Reactivate!

Hi. I am currently under construction.
See you soon,

gkk

Montag, 28. Februar 2011

Sonra görüsürüs, Istanbul!

Meine letzten Stunden hier sind angebrochen, morgen früh geht mein Flieger Richtung Hamburg. Damit neigt sich eine der aufregendsten Kapitel meines Lebens dem Ende...so richtig bewusst ist mir das irgendwie noch nicht.

Die vergangenen Tage waren etwas chaotisch, weil sich meine gesamte WG auflöst und die Mädels sich was eigenes suchen. Also auch für die beiden eine aufregende Zeit - und für mich eigentlich das perfekte Zeichen, dass es an der Zeit zu gehen ist. Denn mein Zuhause, dass ich hier für sechs Monate gefunden hatte, gibt es so nicht mehr.

Es fällt mir ein bisschen schwer, nun ein großes Fazit über Istanbul, Erasmus und alles zu ziehen. Was soll ich sagen? Ich habe tolle Menschen getroffen, Freunde gefunden, jede Menge Spaß gehabt, so viel über das Leben und die Welt nachgedacht wie noch nie zuvor, interessante Reisen gemacht, eine neue Kultur kennen gelernt und zumindest versucht, auch eine neue Sprache zu lernen :) Ich habe nächtelang getanzt und gefeiert, und war so unbeschwert wie ich es wohl nie wieder sein werde.

In Hamburg warten nun große Aufgaben auf mich, Wohnung finden, Job finden, Studium abschließen. Am meisten Angst hab ich wahrscheinlich davor, im Alltag zu versinken. Aber genauso warten meine Freunde, richtig guter Kaffee und eine Stadt, die mich auch glücklich gemacht hat. Meistens.

Sonra görüsürüs - bis bald, Istanbul!
gg

Freitag, 18. Februar 2011

Besiktaaaaasssss.....Besiktaaaassss.....

Das Inönü Stadi hat in Istanbul einen fast legendären Ruf - genauso wie die Fans, die hier mindestens einmal die Woche ihre Mannschaft anfeuern - die Spieler des Beşiktaş Jimnastik Kulubü.

Gestern habe ich mit einigen türkischen Freunden das Europe League Spiel gegen Dynamo Kiew erlebt. Zwecks der 'kötü performans', der miserablen Performance und einem Ergebnis von 1:4 sind die schwarz-weißen Anhänger zwar nicht gerade in Extase verfallen, aber Spannend war es trotzdem. Die Fans von Besiktas würde ich am ehesten mit denen von St. Pauli vergleichen: hie und da sieht man ganz gerne Anarchie-Zeichen, "We are against everything"-Plakate, die Schlachtrufe inklusive deutschen Zeilen sind sehr ähm kämpferisch. Mein Geldgeld musste ich in meinen Stiefeln verstecken, das darf man nicht mit reinnehmen. Überrascht hat mich zudem, dass der Frauenanteil im Stadion bei ungefähr 3 Prozent lag, vielleicht sogar noch weniger. Aber auf mich wurde gut aufgepasst. Und am interessantesten war dass der Trainer, Bernd Schuster, nach dem Match von der Polizei vom Platz geführt wurde - um ihn vor wütenden Fans zu beschützen.

Es grüßt vom Sofa,
gkk

Iyi hafta sonu herkese!

Sonntag, 6. Februar 2011

Ohh Istanbuuuul...

7.30. Das ist die Uhrzeit, zu der nun mein Wecker morgens klingelt - und dann warten täglich vier Stunden Türkischkurs plus Hausaufgaben auf mich. Ganz schön anstrengend. Aber ich hoffe, es bleibt dafür auch was hängen von all der Grammatik und den Vokalbeln und Texten. Denn Zeit zum lernen will ich mir einerseits schon, dann aber auch wieder nicht nehmen. Denn was soll ich zu Hause am Schreibtisch, wenn draußen diese wilde Stadt auf mich wartet?

Ich hab das Gefühl, mich jede Woche auf's neue in diese Stadt zu verlieben. Du stehst morgens halbwegs gut gelaunt auf, und ahnst nicht, dass du den abend in einem Luxusappartment mit Blick über den Bospurus und einigen steinreichen, aber auch ein bisschen verdorbenen jungen Leuten verbringen wirst, die du 12 Stunden vorher noch nicht kanntest.

Oder du setzt dich morgens, während noch der Nebel über dem Bosporus hängt, in die Metro und fährst mit ein paar Leuten nach Sariyer, einem Stadtteil im Norden Istanbuls, wo du das Leben spürst, wie es wohl vor 20, 30 Jahren hier in der Stadt war. Und abends sitzt du bei Kumpir und Waffeln unter der beleuchteten Bosporusbrücke und staunst und staunst und staunst.

Momentan fehlt mir vor allem: Gründe, warum ich meinen Rückflug buchen sollte...
http://www.youtube.com/watch?v=r6YYpeo_M1Y

Kendine iyi bak.
gkk

Freitag, 28. Januar 2011

On the road


Ein paar der freien Tage bis zu meinem Sprachkurs habe ich diese Woche genutzt, um noch mehr von diesem verrückten Land zu sehen, in dem ich nun schon seit einem halben Jahr lebe. Und der Trip, der mich zuerst nach Izmir, Efes und über Eskisehir zurück nach 34 geführt hat, war aufregend, schön und lehrreich zugleich.

Freitags gings erst per Flugzeug nach Izmir, zusammen mit meiner Mitbewohnerin zu ihren Eltern In der Stadt am Mittelmeer habe ich dann einige Tage türkisches Familienleben, Essen, "Kleinstadtleben" (Izmir hat ca. 3,5 Millionen Einwohner, Istanbul geschätzte 17 - 20 Millionen) genossen bevor ich mich am Montag per Bus, Dolmus und Taksi zuerst nach Selcuk and dann nach Efes durchgekämpft habe. Efes ist nicht nur die bekannteste Biermarke der Türkei, sondern war eine der ältesten, bedeutendsten und größten Städte des antiken Griechenlands.

Dienstag habe ich mich dann in einen der hier so üblichen Überlandbusse gesetzt und auf den Weg nach Eskisehir gemacht. Vom Mittelmeer gings über leere Straßen die Berge hinauf, vorbei an kleinen und kleinsten Dörfer, Flüssen, einsamen Landschaften bis irgenwann nur noch weiß zu sehen war. Schneesturm. Zwischendurch immer wieder irgendwo anhalten, um Leute aufzusammeln, für die diese täglichen Busse zwischen den Städten der Türkei die einzige Möglichkeit sind, aus ihrem Kaff rauszukommen.

Endlich in Eskisehir angekommen, habe ich mir dann ein fancy Hotelzimmer mit Doppelbett und Flatscreen gegönnt und abends bin ich mit einem Kumpel, der aus Eskisehir kommt, um die Häuser gezogen. Mittwoch bin ich mit der türkischen Staatsbahn zurück nach Istanbul gefahren, wo mich mein zu Hause, jede Menge Lärm und Chaos erwartet haben - aber auch Freunde, Spaß und mein eigenes Bett.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Trip eine ganz schöne Herausforderung war, aber auch wunderschön und mich das Nebeneinander von Moderne und Ursprünglichem, die Gastfreundschaft der Türken und diese unglaubliche Landschaft enorm beeindruckt haben.

In der Türkei hat jede Stadt eine bestimmte Nr. als Autokennzeichen, alphabetisch geordnet. Istanbul ist 34, Izmir 35 und Adana, eine Stadt im Südosten der Türkei ist die Nummer 1.

Görüsürüz canlarim,
gkk

Mittwoch, 19. Januar 2011

Entlastet, frei und leer.

Vor wenigen Stunden habe ich die zweite Seminararbeit und damit meine letzte Prüfung für dieses Semester hinter mich gebracht, das heißt der Prüfungsstress hat ein Ende, ich bin frei - und total happy. Zumindest dachte ich, dass ich das sein würde.

Anstatt - wie angekündigt - in die Luft zu springen und zu jubeln, saß ich gedankenverloren ganz lange mit einem Kaffee in der Sonne und hab auf den Bosporus gestarrt.

Eine leichte Traurigkeit macht sich breit und die Gewissheit, dass es das hier nun bald für mich war. Ich meine, klar, ich werde noch einige Wochen hier verbringen, aber mein Semester ist um, der Campus wie leer gefegt und seit Sonntag hab ich täglich Freunde verabschiedet, die sich schon auf den Weg in ihre Heimatländer gemacht haben. Dabei hab ich irgendwie das Gefühl, mein Leben hier hat doch erst angefangen.

Und dann ist's einfach so vorbei? Die Menschen weg, und nur die Fotos bleiben?
gkk

Montag, 10. Januar 2011

Baba, anne, kuzen ve koca Istanbul'da

Über's WE hab ich trotz Prüfungshochphase eine kleine, mehrtägige Lernpause eingelegt und bin stattdessen ins türkische Familienleben eingetaucht. Die Eltern meiner Mitbewohnerin plus Cousine und Mann waren zu Besuch. Das hat so einiges mit sich gebracht. So wurde mir zum ersten Mal der Kaffeesatz gelesen - war ja auch endlich Zeit! Und ja, ich weiß, die meisten schmunzeln jetzt, wenn sie das lesen, aber die Frau wusste so einiges. Manche Kleinigkeiten haben nicht gestimmt, andere dafür schon. Und für die Zukunft, naja, mal sehen :)

Samstagabend ging es dann zu einem türkischen Essen in's Restaurant mit Blick auf den Bosporus und lecker Mezze (das sind ganz viele kleine Vorspeisenteller), Raki (was übrigens nicht mit "i" gesprochen wird, sondern eher mit so nem "eh"), gegrilltem Fisch und richtig schön Familiendiskussion. Ich hab zwar nicht so viel verstanden, aber es ging schon ein bisschen rund. Und sehr lerreich war es noch dazu: meine Mitbewohnerin ist nämlich wirklich sehr liberal aufgewachsen, ist total selbstbewusst und überhaupt. Und trotzdem hat man sehr schnell gemerkt, dass ihr Dad der Familienpatron ist, dem nicht so wirklich contra gegeben wird. Fand ich wieder einmal sehr interessant.

Sonntag, 2. Januar 2011

Mutlu yillar 2011 herkese!

Ich habe den Abend zwischen den Jahren mit Freunden aus Holland und Schweden verbracht, zuerst sehr simples, aber sehr leckeres türkisches Essen, dann ein paar Gin Tonic und Moet zu Hause und anschließend auf zwei Hausparties vorbeigeschaut. Um Mitternacht wollten wir eigentlich auf so ner Aussichtsplattform sein, von der aus man einen schönen Blick über den Bosporus hat. Nur sind wir viel zu spät los, um 12 Uhr noch durch die Straßen gehetzt und letztendlich 15 Minuten zu spät ins neue Jahr gekommen. Egal :)

Ich bin ja kein Fan von Silvester und Neujahrspathos, noch weniger will ich jetzt während meiner Zeit hier in der Türkei das Gefühl haben, dass nun eine neue Etappe beginnt und alles irgendwie anders werden wird/soll/muss. Ich sehe mich inmitten einer wunderschönen Zeit meines Lebens und die dauert auch noch ein bisschen, denke ich. Hoffe ich...

Ich wünsche euch für 2011 nur das Allerbeste.
Mutlu yillar!
gkk