Freitag, 31. Juli 2009

Au revoir, Bruxelles!

Die Koffer sind fast gepackt, von der Party gestern nicht mehr viel zu sehen...

In ein paar Stunden geht's zurück nach Hause. Bisher war ich ganz fröhlich, mittlerweile merke ich, wie sehr ich das Leben und die Leute hier vermissen werde.


Au revoir Bruxelles! Und danke für die schöne Zeit.
gkk

Mittwoch, 22. Juli 2009

Volksfest à la Belgique


Ein sehr ereignisreiches Wochenende liegt hinter mir... Nicht nur, dass eine Freundin vier Tage zu Besuch war, ich hatte auch zwei Tage frei und damit ein sehr langes WE =)

In Belgien war nämlich gestern Nationalfeiertag. Dazu hatten viele offizielle Gebäude wie das belgische Parlament geöffent, tausende von Menschen waren auf den Straßen unterwegs und rund um den Palais Royale und den Brüsseler Park, Rue de la Loi etc. war alles abgeriegelt. So habe ich dann bei sengender Hitze in der Menschenmenge meine erste Militärparade inklusive König erlebt. Sehr interessant aber auch in gewisser Weise befremdlich, wenn die mit den Waffen und Gewehren aufmarschieren, und Panzer um Panzer vorbeirollen. Was die Menschen alles erfinden, um sich gegenseitig umzubringen...

Am Vorabend wurde im Marollen-Viertel - das ist das Arbeiterviertel und eine Gegend, die man sonst wohl nicht nach Brüssel packen würde - vorgefeiert. Am Place de Jeu de Balle war ein "Bal public" - eine große Party, Bands haben gespielt und dazu alle ausgelassen getanzt. Das könnte man sich bei uns nicht vorstellen, da würden die meisten rumstehen und gucken. Außerdem hat man dort auch ein Volksfest aufgebaut - auf einer langen, großen Straße mitten im Wohngebiet. Und sowas wie Sicherheitsabstand kennen die Belgier bei den Fahrgeschäften irgendwie auch nicht. Statt Brezen und Käse und Würstchen gab es viele Stände mit Fritten (was sonst *g*), aber auch Schneckensuppe und natürlich Muscheln. Und ganz viele andere frittierte Sachen.

War sehr schön. Am Freitag bekomme ich dann nochmal Besuch und dann geht es auch für mich bald zurück in die Heimat.


Ich denk an euch,
gkk

Montag, 13. Juli 2009

Belgien - klein, aber lecker!

So, ihr Lieben, meine letzten Wochen brechen an hier in der europäischen Hauptstadt. Am Sonntag haben wir auch schon eine liebe Mitbewohnerin zum Bus gebracht und verabschiedet, am Freitag geht der nächste und dann bin ich auch schon dran...

Kulinarisch war das vergangene Wochenende wieder sehr sehr gut. Neben dem gemeinsamen Kochen in der WG, was jedes Mal sehr viel Spaß macht und bei dem selten weniger als drei Gänge rauskommen (auch wenn mindestens einer davon immer Nudeln mit irgendwas sind), haben wir es uns auch sonst gut gehen lassen. Freitag Thailändisch essen, mit zwei Mitbewohnern bin ich dann am Samstag nach Gent gefahren und wir haben "Griechisches Brot" probiert, auch eine der belgischen Köstlichkeiten. Samstag nacht gab es dann Pommes von der angeblich zweit besten Frittenbude und Sonntag erst wieder Kochen, dann leckeres Törtchen aus der Patisserie und am Abend waren wir alle zusammen Pizza essen.

Und wenn ihr euch fragt, was ich außer essen noch so mache: Gent ist eine recht schöne Stadt, aber auch nicht besonders spektakulär. Und wenn man abends um die Häuser zieht merkt man schon, dass Brüssel sich langsam leert - im August ist hier nämlich absolut nichts los. Und ich war wieder einmal Joggen. Wurde auch Zeit. Und was das anbelangt, freue ich mich schon auf die "Weiten des Bayerischen Waldes". =)

Bis bald,
gkk

Dienstag, 7. Juli 2009

Fahrräder, Gras und Nackte


Vergangenes Wochenende habe ich einen Ausflug ins Flachland gemacht. In die Niederlande, genauer gesagt. Mit einer Mitbewohnerin und meiner Mitpraktikantin ging's per Bus nach Amsterdam. Und eins kann ich sagen: wir haben an diesem WE viele neue Eindrücke gewonnen.

Zuerst war ich schon während der Fahrt überrascht von der schönen Landschaft. Und davon, dass in Holland tatsächlich alle mit Hollandfahrrädern durch die Gegend radeln. Nach Abstechern nach Rotterdam und Den Haag sind wir schließlich in Amsterdam angekommen. Das Stadtbild ist unglaublich schön, die ganzen Grachten, die sich durch die Stadt ziehen, mit den Hausbooten - manche weniger, manche aber sehr schön hergerichtet. Die Häuser sind sehr niedlich, manche davon stehen aufgrund des nachgiebigen Bodens sehr schief und wenn man bei H&M links in die Seitengasse abbiegt sitzt da im Fenster eine Peitsche schwingende Zwei-Zentner-Domina... Wir haben uns ganz schön erschreckt =)

Geht man an den zahlreichen Bars vorbei, strömen einem riesige Graswolken entgegen. Generell ist die Stadt in diesen penetranten Dunst eingehüllt. Und es ist wirklich seltsam wenn man in die Coffee Shops geht, die Joints zur Auswahl auf der Theke aufgereiht liegen und es als "Angebot des Tages Kaffee plus Muffin" gibt. Nach dem Schock mit der Domina sind wir dann abends noch ins Rotlichtviertel - da schieben sich nachts um halb 2 tausende von Menschen durch die Straßen, während links und rechts die Damen stehen, mit ihrem Arsch wackeln und um Kunden werben. Und mittendrin feiern alle als wäre es das normalste der Welt. Wirklich sehr krass!

Grüße aus Brüssel,
gkk

Mittwoch, 1. Juli 2009

Der Duft von Heimat in der Ferne


Bild: Der Innenhof der Bayerischen Landesvertretung

Wer hätte gedacht, dass ich hier zu Grillhendl, Brezen und Kartoffelsalat komme? Ich jedenfalls nicht. Dementsprechend beeindruckt war ich, als ich gestern abend die Bayerische Landesvertretung betrat. Das Anwesen (ja, keine Büroetage so wie bei anderen, sondern ein Anwesen) besteht aus mehreren herrschaftlichen Häusern, im Kreis angerichtet so dass innen ein richtiger Marktplatz inklusive Maibaum entsteht.

Weil Erwin Huber, der Redner des Abends, wegen Unwetter erst mit einigen Stunden Verspätung in München starten konnte, hat man das Essen ganz im unseren Sinne vorverlegt. Tatsächlich gab es einen richtigen "Giggerlgrill", ein Buffet mit Kartoffelsalat und Krautsalat und natürlich frisch gezapftes Bier. Und gegessen wurde stilecht auf Biergarnituren.

Natürlich bestätigt sich damit das Klischee, die Bayern müssten sich immer irgendwie herausstellen, die eigene Kultur betonen und haben das meiste Geld. Aber ganz ehrlich: mir hat's gefallen, eine gewisse Originalität kann man dem auch nicht absprechen und die Tickets zu den Veranstaltungen sind in der Stadt heiß begehrt. Mehr als einmal habe ich in meiner Zeit hier schon gehört "Du musst unbedingt noch zu den Bayern, da gibt es das beste Essen!"

Tja, und heute lieg' ich mit Kopfschmerzen und Fieber im Bett und ich weiß nicht, warum und woher das kommt. Am Essen kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben =)


Viele Grüße aus dem extrem heißen und smoggehüllten Brüssel,
gkk

Sonntag, 28. Juni 2009

Dickes B an der Spree...

...weil's so schön war, wieder bei dir zu sein, B, heute ein besonderer Blogeintrag über ein besonderes WE in einer erst recht besonderen Stadt.

Freitag:
Galeries Lafayette
http://www.lafayette-berlin.de/

Club der Visionäre
http://www.clubdervisionaererecords.com


Samstag:

Cristopher Street Day
http://www.csd-berlin.de




Kings of Leon in der O2-Arena - an dieser Stelle danke für die Karte =)
http://www.kingsofleon.com

Und da waren wir mittendrin:
http://www.youtube.com/watch?v=cqmK2ChJYKE

Sonntag:
Echter Frühstücksrunch (juhu!) mit ein paar alten Bekannten aus der Amtszeit und meiner Freundin im Gagarin. Sehr lecker und sehr nett!



Ich brauch wohl nicht nochmal zu betonen, wie schön das Wochenende war...
Bis bald,
gkk

Freitag, 19. Juni 2009

Bauernaufstand

Kaum zu fassen, dass das überhaupt möglich ist, aber in den vergangenen beiden Tagen war Brüssel noch viel lauter und hektischer als sonst: Der Europäische Rat hat in Brüssel getagt.

Und weil Angie, Monsieur Bling-Bling und die anderen eben geschützt werden müssen, hat man das Gelände rund um Kommission und Ratsgebäude komplett verriegelt, hunderte von Polizisten waren unterwegs, Hubschrauber überflogen die Stadt in regelmäßigen Abständen und auf dem Weg nach Hause musste ich gestern über Stacheldraht steigen =)

Autoreifen haben gebrannt und stundenlanges Hupen

Komplett wurde das Verkehrschaos dann, weil u.a. der Bund der deutschen Milchviehhalter zur Demo aufgerufen hatte. Als Christiane, meine neue Mitpraktikantin, und ich, am Donnerstag in die Mittagspause wollten, machten wir die Haustüre auf: draußen war alles voll Rauch und es hat fürchterlich gestunken. Wir: "Oh Gott! Es brennt, es brennt!" Als wir dann aber nach links guckten, haben wir gesehen, dass der komplette Park und die Tervuren-Straße mit riesigen Traktoren und Anhängern vollgestopft war. Vor allem aus Deutschland waren auch viele Milchbauern dabei (wie lange man wohl braucht, wenn man zum Beispiel vom Westerland aus mit dem Traktor nach Brüssel fährt?) und ich muss sagen, sie waren auch sehr kreativ mit ihren Protestschildern. Ich wollte mir unbedingt alle Sprüche merken, aber das hat natürlich nicht geklappt. Ich weiß nur noch "Lait = vie" und "Kuh tot, Bauer tot, alle in Not".

Das war wenigstens mal eine Abwechslung diese Woche. Denn in der Arbeit war ansonsten absolute langeweile angesagt. Andererseits konnte ich die Zeit für meine Bewerbungen nutzen und das ist auch gut.


Ansonsten freu ich mich aufs Wochenende und hoffe, ihr habt alles was schönes vor!
Ich denke an euch,

gkk


Bild: Der Parc Cinquantenaire in Bauernhand.

Montag, 15. Juni 2009

Wenn hier und dort sich treffen

Und *schwupps* ist schon wieder eine Woche um. Mittlerweile habe ich ziemlich genau die Hälfte der Zeit in Brüssel hinter mir und spüre heute abend zum ersten Mal akute Unlust, morgen in die Arbeit zu gehen...

Na jedenfalls hatte ich ein sehr anstrengendes aber auch schönes Wochenende, denn meine Eltern waren zu Besuch. Das heißt, sehr viel Sight-Seeing, unter anderem zum Atomium, wie man auf dem Bild sehen kann, und so konnte ich auch wieder viele neue Facetten der Stadt entdecken. Entdeckt, oder besser gesagt, bewusst wahrgenommen habe ich aber durch meine Eltern auch die extremen Gegensätze meines Lebens. *Hier* in Brüssel das extrem multikulturelle Umfeld, die Lautstärke, der Schmutz, der extreme Reichtum auch in manchen Teilen, und *dort* mein zu Hause, wo ich aufgewachsen bin und was meine Eltern ausmacht. Dieser Widersprüche sind an diesem Wochenende sehr stark aufeinander geprallt. Und ich merke ganz eindeutig, wo ich herkomme und dass ich dort gleichzeitig aber auch nicht mehr wirklich hinpasse...


So, genug philosophiert für heute =)

Bis bald, à bietôt,
gkk

Donnerstag, 11. Juni 2009

Wie viel Motivationsschreiben kann ein Mensch ertragen?

Sicher fragt ihr euch schon, wann ich endlich was zur Europawahl am vergangenen Sonntag schreibe und dass es bestimmt voll spannend war hier in Brüssel. Tatsache ist: Es gibt leider nicht viel dazu zu erzählen. Ich war mit meiner neuen Mitpraktikantin am Sonntagabend auf der "Wahlparty" der EVP im Europaparlament. Nach dem vierten Mal Taschen scannen und so weiter haben wir endlich den richtigen Eingang gefunden - wie ich nachher festgestellt habe, hatte ich mein Pfefferspray noch in der Handtasche, ohne dass mich jemand beim Check-In darauf angesprochen hat. Endlich drinnen, machten wir uns auf die Suche nach der Party - das Problem war nur: es gab irgendwie keine. Die meisten Abgeorndeten waren gar nicht da, in einem Saal wurden mit einiger Verzögerung die Ergebnisse vorgelesen (im Internet waren sie schneller), im Flur gab's am Treppenabsatz Getränke, für die man eine halbe Stunde anstehen musste und das Buffet bestand aus zwei Tabletts, die alle viertel Stunde mit Brötchen gefüllt gebracht wurden und von denen innerhalb einer Minute nichts mehr übrig war... Und die VIPs haben auch noch getrennt gefeiert.

Wir hatten in unserer TV-beeinflussten Naivität einen Raum voller gespannt dreinblickender Menschen erwartet, den Ergebnissen entgegenfiebernd, die Korken knallend, ob aus Wut oder Enttäuschung oder Freude. Aber nix da.

Heute waren wir dann bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung - und man merkt einfach, dass die Leute dort viel viel anders sind als die Konservativen. Man merkt es einfach sofort, wenn man auch nur über die Türschwelle tritt. War jedenfalls recht nett, eine Belgierin erzählte über die Rolle von Frauen in Transformationsländern. Und nächste Woche gehen wir wieder hin =)

Ja und dann sollte ich mich ja eigentlich DRINGEND um meine blöden Masterbewerbungen kümmern und wieder einmal eines dieser noch viel blöderen Motivationsschreiben verfassen. Und das schlimmste daran ist das Wissen, dass noch einige mehr Motivationsschreiben darauf warten, von mir verfasst zu werden. Vielleicht werde ich doch Hausfrau...


Viele Grüße aus Brüssel,
gkk

Samstag, 6. Juni 2009

Does it make a difference?

In dieser Woche ging's mit meiner Karriere steil bergauf =)

In der EU Kommission war eine Konferenz mit dem Titel "Making the difference" - und ich durfte die KAS dort vertreten. Also habe ich mich zwei Tage in mein Business-Outfit geschmissen, viel geguckt und zugehört und auch ein bisschen gestaunt.

Inhaltlich ging es um Konfliktbewältungung und Krisenprävention. Zusammen mit meinem Chef hatte ich zuvor die Vorträge ausgesucht, die für die KAS und ihre Arbeit von Interesse sind: Afghanistan, globale Zusammenarbeit, Naher Osten und EU-Afrika-Beziehungen. Sehr interessant! Als Begrüßungsgeschenk gab es für jeden Konferenzteilnehmer eine Arbeitsmappe mit Schreibutensilien und dergleichen - aber nicht die üblichen aus Pappe, sondern eher so eine Art Aktentasche. Und: ein Buch mit Fotos und Erfahrungsberichten aus Krisenregionen - das schlappe 60 Euro kostet. Also falls ihr euch fragt, für was in Brüssel die Steuergelder verwendet werden...

Die Panels der einzelnen Vorträge waren sehr hochrangig besetzt, es gab zum Beispiel eine Schalte zu einem Afghanischen Minister, die EU-Kommissarin Benita Ferrero Waldner hielt selbst eine kurze Keynote, beim Mittagsbuffet kam ich dann mit einem Policy Adviser von Barroso ins Gespräch, der einige lustige Geschichten zu erzählen hatte und irgendwelche wichtigen Menschen von der Arabischen Liga und von einem Institut in Kinshasa haben mir ihre Visitenkarten zugesteckt. Wie witzig, oder? Da ist Außenpolitik plötzlich nicht mehr nur ein Wort oder der Titel eines Uniseminars, sondern voll und ganz real.

Ich selbst habe mich die ganze Zeit bemüht, zu verstecken, dass ich Praktikantin bin, damit die Leute mit denen ich mich unterhalte, mich auch Ernst nehmen. Und wie es scheint, hat es auch ganz gut geklappt. Gleichzeitig habe ich aber auch entdeckt, wie ich Studenten und Praktikanten mit ziemlicher Treffsicherheit aus der Menge herausfiltern kann: In der Außenpolitik ist eben manchmal auch hilfreich, wenn man die gesamte H&M-Kollektion kennt *g*


A bientôt und viele Grüße nach Hause,
gkk

Montag, 1. Juni 2009

Wo die Musik in den Straßen erklingt...

Eines kann ich mittlerweile definitiv über Brüssel sagen: dass hier jedes Wochenende ein Straßenfest oder ein Open Air oder Ähnliches veranstaltet wird. An diesem WE war der Jazz-Marathon. Das heißt, 400 Künstler spielten in mehr als 125 Konzerte, Open Air und in vielen vielen Lokalen.
Am Samstag sind wir zunächst die verschiedenen Plätze in der Innenstadt abgelaufen, wo überall zwar Jazz, aber doch ganz unterschiedliche Musik gespielt wurde. Um 11 landeten wir dann schließlich in einer Live Musik Bar, wo eine Funk-Band gespielt hat - und es war der Hammer. Es war zwar total heißt und eng in der Kneipe, aber die Band war so gut und wir hatten so viel Spaß, dass das irgendwie auch wieder gepasst hat. Um die Stimmung zu verdeutlichen: der Boden war so fertig, dass ich ständig aus meinen Schuhen geschlupft bin, weil die am Boden festgeklebt sind. =)

Sonntag hat dann in eben dieser Kneipe eine Männer-Latino-Combo gespielt. Und wir? Wieder mittendrin. Und wieder war die Band absolut super. Jedenfalls habe ich dann beschlossen, dass mein Mitbewohner mir nun endgültig ein Paar Salsa und Merenge-Schritte beibringen muss. Die Fotos da drin sind leider nicht so gut geworden, deswegen eins vom Grote Markt...

Viele Grüße aus Brüssel,
gkk

Freitag, 29. Mai 2009

There is always a time to vote!



Am 7. Juni sind in Deutschland Europawahlen.

Für diejenigen unter euch, die an der Bedeutung der EP-Wahlen noch immer zweifeln, mit Europa nicht viel anfangen können, weil es zu weit weg ist oder zu unübersichtlich oder was auch immer, ein kleiner Hinweis: In Deutschland regeln 10.279 Gesetze aus Brüssel unser Leben, aber nur 2.391 aus dem Bundestag in Berlin.

Und weil Bilder mehr sagen als tausend Worte:

http://www.youtube.com/watch?v=tlP5ekdGwik

http://www.youtube.com/watch?v=lOP6hbs9qwY&feature=channel

http://www.youtube.com/watch?v=EBF0tgQGkbQ&feature=channel



Aus dem Herzen Europas grüßt euch
gkk

Samstag, 23. Mai 2009

Sun ist shining...



Kaum zu glauben, es ist jetzt tatsächlich zwei Tage hintereinander schönes Wetter hier. Mit Sonnenschein und (fast durchgehend) blauer Himmel. Zwar geht es trotzdem nicht so weit über die 20 Grad hinaus, schon allein wegen dem Wind hier. Aber immerhin!

Wir haben mittlerweile das Flachdach des Büros im Erdgeschoss zur Dachterasse umfunktioniert. Das ist total super - viel Sonne, zum Innenhof gelegen, also auch ruhig und viel Platz. Zugegebenermaßen ist es halt einfach ein Dach und daher nicht sonderlich schön oder sauber. Aber das ist egal. Hoffentlich kommen noch ein paar heiße Sommertage und laue Nächte.

Am Mittwochabend waren wir wieder beim Afterwork am Place Lux. Dort haben wir zwei Typen kennen gelernt, einen Ami und einen Belgier, die hier gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Dann hatten wir alle Hunger und der Ami meinte nur "Let's go to my place!" Also wir alle ins Taxi. Zunächst waren wir skeptisch, auch noch als er bereitwillig die Taxikosten übernahm. Als wir dann aber das Haus betraten waren wir nur noch erstaunt. Seine Firma zahlt ihm nämlich mit zwei Kollegen eine riesige Wohnung mit Dachterasse, alles superneu eingerichtet. Wahnsinn, ich habe noch nie in so einer Wohnung gestanden. Dann hat er uns mit Essen und Getränken versorgt und anschließend sind wir ins Havanna - wieder auf Kosten der Firma. Wie verrückt ist das denn bitte? Dort hat mich dann - total witzig - ein Typ angetanzt, mit weißer Hose und weißem, offenem Hemd. Ich dachte schon "OH nein", aber dann hat er mir ins Ohr geflüstert "Don't worry, I am gay." Ich muss sagen, schwule Brasilianer können sehr gut tanzen. Mit "This is my boyfriend, Benoît" hat er mir dann noch seinen Freund vorgestellt. Wie süß. Ich bin ganz begeistert =)

Naja. Inzwischen habe ich ja auch ein paar Seiten gefunden, die mir an Brüssel nicht gefallen. Und dazu gehört definitiv, dass es hier kaum Lokale gibt, in denen man Frühstücken respektive Brunchen kann. Dabei lieb ich das doch über alles. Das ist wirklich blöd. Aber die Waffeln sind lecker, da kann man nichts sagen.


Liebe Grüße aus Brüssel,
gkk


Bild: Der Havanna Club.

Montag, 18. Mai 2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit

Ich bin mir zwar nicht sicher, wo meine Arbeit in der oben stehenden Seite einzuordnen ist, aber jedenfalls arbeite ich seit mittlerweile über zwei Wochen im Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Meine tägliche Arbeitszeit von 9 bis 18 Uhr (Freitags bis 14 Uhr) kann ich nicht immer ganz ausfüllen. Das ist an sich nicht schlimm und auch ganz normal, aber ich hab's eigentlich lieber, wenn ein bisschen mehr Power gefordert wird. In meine Abteilung "Multinationaler Entwicklungsdialog" im 2. Stock des Gebäudes sind noch vier Leute, der Rest der Truppe (sechs Personen) sitzt einen Stockwerk tiefer und kümmert sich um innereuropäische Angelegenheiten und Veranstaltungsorganisation. Mit Andrea, der anderen Praktikantin gehe ich meistens in die Mittagspause, und Max aus Passau habe ich mittlerweile auch kennen gelernt und für nett befunden ;-) Nur ist er - ich bin mir nicht sicher wie ich es einschätzen soll - wahlweise distanziert/uninteressiert oder distanziert/schüchtern.

Momentan bewerben wir uns für einen Rahmenvertrag, das heißt, einen Vertrag, der der KAS seitens der Kommission regelmäßig Aufträge und Gelder zusichert. Ich musste bisher viel übersetzen und Lebensläufe überarbeiten und in ein Formular pressen und solche Sachen. Von der Spannung her geht's so - man muss schon sagen, Entwicklungspolitik ist halt selten "Ich mach was Gutes" im Sinne von mal schnell einen Brunnen graben, sondern viel Administration und leider auch, einfach Kampf um die EU-Gelder. Sehr gut finde ich, dass ich doch viel mit Englisch und Französisch zu tun habe und es hin und wieder ganz interessante Veranstaltungen gibt. So erlebe ich auch in der Praxis, wie Politik funktioniert, die Institutionen zusammen wirken usw.

Die Kollegen sind für sich alle sehr lieb und nett, es fehlt aber ein bisschen an Gruppengefühl, meine ich. Hinzu kommt, dass zur Zeit einige Personalwechsel anstehen und ich zum Beispiel in meiner Abteilung in vier Wochen eine neue Chefin bekomme.

Fazit: Die Arbeit ist bisher recht gut, die großen Herausforderungen lassen aber noch auf sich warten...


Viele Grüße aus Europas Machtzentrum,
gkk

Montag, 11. Mai 2009

Brüsseler Vielfalt



Es hilft nichts, Leute ich muss euch noch von meinem Wochenende erzählen :-)

Schon nach wenigen Tagen hier merkt man ja, wie kontrastreich Brüssel ist: viele, viele Nationalitäten, viele, viele Lebensentwürfe, Viertel und Plätze mit ganz unterschiedlichem Charakter - und diese krassen Unterschiede spiegeln sich auf ganz einmalige Weise in der Stadtarchitektur wieder. Alte Backsteinhäuser mit Balkon, die imposanten Glasfassaden der EU-Institutionen, Bauruinen, zerfallene Hütten, Baustellen - und das alles auf wenige Meter. Etwas von dieser Vielfalt habe ich in den vergangenen Tagen schon mitgenommen.

Am Freitag war ich mit einem Mitbewohner und Bekannten von ihm in der Stadt unterwegs, zunächst was trinken. Weil Bekannte wieder welche kannten und so weiter, saßen wir schließlich mit zehn Leuten am Tisch und haben in allen möglichen Sprachen gequatscht. Anschließend sind wir in den Havanna Club - und haben dort viel lateinamerikanisch getanzt. Zumindest habe ich es versucht.

Am Samstag hatten dann zum Europatag sämtliche EU-Institutionen offen. Foto: Ich am Rednerpult des Plenarsaals im EU-Parlament. Haben uns alles ein bisschen angeschaut und war sehr interessant. Interessant war auch, wie sich die zivilisiertesten Menschen benehmen, wenn es etwas umsonst gibt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, im bin in einem Rockkonzert. Abends sind wir dann in eine etwas schickere Gegend gefahren und haben dort eine total urige Kneipe mit einer ca 2 Quadratmeter großen Bühne entdeckt. Das Publikum war absolut links, das Trio hat Lieder über das Proletariat, gegen den Staat usw. gesungen und die ganze Meute samt uns dabei hat getanzt.



Am Sonntag war dann in der Stadt Straßenfest. Schon auch mit vielen Info- und Essensständen, wie wir es kennen. Aber es waren auch überall in der Stadt Bühnen und vor allem DJs haben aufgelegt. So war ich dann gleich mal auf meiner ersten Elektroparty unter freiem Himmel *g*. Auf einem Platz vor einem Schloss lag Rollrasen zum Mitnehmen und so haben sich die Leute einfach eine Wiese ausgelegt. Mitten am Tag haben die Leute getanzt, getrunken, geraucht (und mit Rauchen meint man hier alles mögliche). Zu gucken gab's jedenfalls genug...

A bientôt,
gkk

Freitag, 8. Mai 2009

Nach der Arbeit geht's zum Afterwork

Hallo ihr,

kaum bin ich hier angekommen, ist auch meine erste Woche schon wieder fast vorbei... Ich glaube ich habe mich mittlerweile ganz gut eingelebt. Morgens um 7.30 klingelt immer mein Wecker und dann geht's nach dem Frühstück mit dem Bus zur Arbeit. Der fährt fast vor meiner Haustüre los und ich bin auch nur zehn Minuten unterwegs, was sehr relaxing ist. Mein Arbeitstag beginnt dann um neun. Wenn's geht, mache ich mit Andrea, meiner Mitpraktikantin, Mittagspause und wir laufen über die Einkaufsmeile auf der Suche nach etwas, das erstens lecker und zweitens bezahlbar ist. Die Preise hier in Brüssel sind nämlich wirklich der Hammer. Glücklicherweise bekommen wir in der Stiftung sämtliche Getränke gestellt...

Und wenn ich mich dann um Recherchen, EU-Anträge und Übersetzungen gekümmert habe (das waren so die Hauptaufgaben in meiner ersten Woche) ist um 18 Uhr Feierabend. Generell war die Arbeit diese Woche noch nicht so super, ich fühle mich nämlich noch etwas unterfordert... Und ich hoffe, meine Aufgaben wachsen mit der Zeit.

Dafür habe ich heute habe ich eine echte Brüsseler-EU-Arbeits-Tradition kennen gelernt: den Afterwork. Donnerstags treffen sich nämlich Stagiaires, Assistenten, Parlamentatrier und Ähnliches gleich nach der Arbeit in einer der Kneipen und Cafés auf dem Place Luxembourg. Das ist der Platz vor dem EU-Parlament und liegt bei mir um die Ecke. Ab 18 Uhr ist also dieser Platz total mit Anzug- und Kostümtragenden Menschen überfüllt, die bei einigen Bierchen bis in die Nacht hinein ihren Feierabend genießen. Ein lustiger Anblick und die Stimmung ist sehr nett. Und ich bin endlich zu meinem ersten belgischen Bier gekommen. Wurde auch Zeit :-)

Grüße aus dem Herzen Europas,
gkk

Samstag, 2. Mai 2009

24 Stunden Brüssel


So ihr Lieben,

nun bin ich also angekommen, in der Hauptstadt Europas. Physisch jedenfalls, psychisch noch nicht ganz. Als ich die Koffer gestern in "meinem" Zimmer angestellt hab, war ich vor allen Dingen ziemlich erledigt - von der Reise, von den vielen ersten Eindrücken und wohl auch noch vom Stress der ganzen letzten Wochen, den ich nun hoffentlich endlich hinter mir lassen kann.

Heute hab ich erst einmal ausgeschlafen. Dann ging's zum Aldi um die Ecke und ich habe mir ein Monatsticket für die Öffentlichen besorgt. Damit bin ich gleich ein bisschen rumgefahren und habe mich in verschiedenen Stadtteilen durch die Straßen treiben lassen. Am Grote Markt, das ist das Zentrum der Stadt, war ein Wettbewerb, bei dem man die schönste Vogelscheuche wählen konnte :-) Das ist mal was anderes, oder?

Leider ist das Paket mit meinen Bettsachen noch nicht angekommen. Eine meiner Mitbewohnerinnen hat mir zwar eine Decke geliehen, aber so ohne richtige Ausstattung, insbesondere ohne Kissen, schläft es sich halt nicht so gut.

Das waren in aller Kürze die heutigen Nachrichten aus Brüssel.
Mehr davon gibt's in den nächsten Tagen.


A bientôt,
gkk

Freitag, 1. Mai 2009

Auf in die nächste Runde....

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B R Ü S S E L

2 0 0 9

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