Unimaterialien fliegen durch's Zimmer, das Paper nur angefangen, die Tasche halbgepackt, auf der Suche nach Geld, um das Taxi morgen früh noch bezahlen zu können - und ich sitze auf unserer Dachterrasse, mit Café Mocha in der einen, einer Malboro in der anderen Hand, und blicke auf diese verrückte, verrückte Stadt.
Es fällt mir schwer mir vorzustellen, dass ich in ein paar Stunden schon im Bayerischen Wald sitzen soll, meiner alten Heimat, bei meinen Eltern, den Tannenbaum schmücken, mit den Nachbarn quatschen, Weihnachtslieder, Schneemassen, Freunde sehen, über die Jahre gefestigte persönliche Traditionen. Ich weiß grad auch gar nicht, ob dieser Bruch so richtig ist. Ein bisschen fühlt es sich auch schon nach Abschied an. Wenn ich zurück komme, bleiben nur noch ein paar Wochen, dabei gibt es so viele Menschen, die ich noch näher kennen lernen möchte. Die ersten werden schon Mitte Januar weg sein. Und während ich über die Zeit hier nachdenke, die viel zu schnell verfliegt, mischt sich die Freude über das, was war, mit der Vorfreude auf das, was noch kommt. Auch ein bisschen Unsicherheit. Und den Gedanken, wie es sein wird, wenn ich wieder nach Hamburg komme.
Melankoli, melankoli...
gkk
Bild: meine Straße. Dönmez sokak - oder 'die Straße, die nicht zurückkommt'.