Montag, 28. Februar 2011

Sonra görüsürüs, Istanbul!

Meine letzten Stunden hier sind angebrochen, morgen früh geht mein Flieger Richtung Hamburg. Damit neigt sich eine der aufregendsten Kapitel meines Lebens dem Ende...so richtig bewusst ist mir das irgendwie noch nicht.

Die vergangenen Tage waren etwas chaotisch, weil sich meine gesamte WG auflöst und die Mädels sich was eigenes suchen. Also auch für die beiden eine aufregende Zeit - und für mich eigentlich das perfekte Zeichen, dass es an der Zeit zu gehen ist. Denn mein Zuhause, dass ich hier für sechs Monate gefunden hatte, gibt es so nicht mehr.

Es fällt mir ein bisschen schwer, nun ein großes Fazit über Istanbul, Erasmus und alles zu ziehen. Was soll ich sagen? Ich habe tolle Menschen getroffen, Freunde gefunden, jede Menge Spaß gehabt, so viel über das Leben und die Welt nachgedacht wie noch nie zuvor, interessante Reisen gemacht, eine neue Kultur kennen gelernt und zumindest versucht, auch eine neue Sprache zu lernen :) Ich habe nächtelang getanzt und gefeiert, und war so unbeschwert wie ich es wohl nie wieder sein werde.

In Hamburg warten nun große Aufgaben auf mich, Wohnung finden, Job finden, Studium abschließen. Am meisten Angst hab ich wahrscheinlich davor, im Alltag zu versinken. Aber genauso warten meine Freunde, richtig guter Kaffee und eine Stadt, die mich auch glücklich gemacht hat. Meistens.

Sonra görüsürüs - bis bald, Istanbul!
gg

Freitag, 18. Februar 2011

Besiktaaaaasssss.....Besiktaaaassss.....

Das Inönü Stadi hat in Istanbul einen fast legendären Ruf - genauso wie die Fans, die hier mindestens einmal die Woche ihre Mannschaft anfeuern - die Spieler des Beşiktaş Jimnastik Kulubü.

Gestern habe ich mit einigen türkischen Freunden das Europe League Spiel gegen Dynamo Kiew erlebt. Zwecks der 'kötü performans', der miserablen Performance und einem Ergebnis von 1:4 sind die schwarz-weißen Anhänger zwar nicht gerade in Extase verfallen, aber Spannend war es trotzdem. Die Fans von Besiktas würde ich am ehesten mit denen von St. Pauli vergleichen: hie und da sieht man ganz gerne Anarchie-Zeichen, "We are against everything"-Plakate, die Schlachtrufe inklusive deutschen Zeilen sind sehr ähm kämpferisch. Mein Geldgeld musste ich in meinen Stiefeln verstecken, das darf man nicht mit reinnehmen. Überrascht hat mich zudem, dass der Frauenanteil im Stadion bei ungefähr 3 Prozent lag, vielleicht sogar noch weniger. Aber auf mich wurde gut aufgepasst. Und am interessantesten war dass der Trainer, Bernd Schuster, nach dem Match von der Polizei vom Platz geführt wurde - um ihn vor wütenden Fans zu beschützen.

Es grüßt vom Sofa,
gkk

Iyi hafta sonu herkese!

Sonntag, 6. Februar 2011

Ohh Istanbuuuul...

7.30. Das ist die Uhrzeit, zu der nun mein Wecker morgens klingelt - und dann warten täglich vier Stunden Türkischkurs plus Hausaufgaben auf mich. Ganz schön anstrengend. Aber ich hoffe, es bleibt dafür auch was hängen von all der Grammatik und den Vokalbeln und Texten. Denn Zeit zum lernen will ich mir einerseits schon, dann aber auch wieder nicht nehmen. Denn was soll ich zu Hause am Schreibtisch, wenn draußen diese wilde Stadt auf mich wartet?

Ich hab das Gefühl, mich jede Woche auf's neue in diese Stadt zu verlieben. Du stehst morgens halbwegs gut gelaunt auf, und ahnst nicht, dass du den abend in einem Luxusappartment mit Blick über den Bospurus und einigen steinreichen, aber auch ein bisschen verdorbenen jungen Leuten verbringen wirst, die du 12 Stunden vorher noch nicht kanntest.

Oder du setzt dich morgens, während noch der Nebel über dem Bosporus hängt, in die Metro und fährst mit ein paar Leuten nach Sariyer, einem Stadtteil im Norden Istanbuls, wo du das Leben spürst, wie es wohl vor 20, 30 Jahren hier in der Stadt war. Und abends sitzt du bei Kumpir und Waffeln unter der beleuchteten Bosporusbrücke und staunst und staunst und staunst.

Momentan fehlt mir vor allem: Gründe, warum ich meinen Rückflug buchen sollte...
http://www.youtube.com/watch?v=r6YYpeo_M1Y

Kendine iyi bak.
gkk