Tempelhofs letztes Stündchen hat geschlagen. Mit großem Tamtam wird in ein paar Kilometern Entfernung gerade Berlins Zentralflughafen geschlossen. Wowi und seine Kumpels nippen Schampus, manche sind traurig und andere freuen sich auf die Ruhe. Und obwohl ich überhaupt nichts Persönliches mit diesem Airport verbinde – habe heute erst im TV erfahren, dass es der erste Verkehrsflughafen der Welt war – bin ich selbst ganz melancholisch.
Vielleicht, was heißt vielleicht: Ganz sicher liegt es aber auch daran, dass auch meine letzten Stunden hier anbrechen. Morgen ist mein letzter Arbeitstag im Amt, wobei ich nicht mehr viel arbeiten werde. Vormittags besuchen wir eine Botschaft, dann noch Essen, Feedbackgespräch und Abschiedsfeier eines Kollegen - das war's.
Ich kann gar nicht glauben, dass die Zeit hier so schnell vergangen ist. Ist es wirklich schon sieben Wochen her, dass ich hier gelandet bin? Ich habe hier so nette und interessante Leute getroffen, so schöne Erlebnisse gehabt, so viel gelacht und gefeiert und die Stadt so richtig in mich aufgesogen. Ich will überhaupt nicht weg. Trotz alledem machen sich in meinem Hinterkopf die Gewissensbisse breit: die Bachelorarbeit wartet, der Nebenjob wartet, ich muss mich für meine Französisch-Zertifikate vorbereiten und und und. Und natürlich freue ich mich auch schon auf euch!
Jetzt will ich meine letzten Tage hier aber erst noch einmal richtig genießen. Eine Freundin, deren Praktikum schon vor einer Woche zu Ende ging, wird mich vielleicht übers Wochenende besuchen kommen, damit wir uns gemeinsam gebührend verabschieden können – von uns selbst und von Berlin...
Viele Grüße aus Berlin,
gkk
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