Und plötzlich war es wieder da. Dieses Gefühl. Bleischwer und zäh wie Gummi traf es mich völlig unerwartet. Vielleicht weil Sonntag war. Ja, vielleicht bin ich anfällig für den Sonntags-Blues. Wenn es den gibt, wenn nicht, erfinde ich ihn hiermit.
Eigentlich war das Wochenende echt schön. Nach sieben Tagen Zwangspause und Iso-Haft wegen einer Infektion konnte ich meine Freie Zeit genießen. Mit der Freundin den Freitagnachmittag in der Stadt vertrödeln, Pläne für den bevorstehenden Urlaub machen, Samstag mit der gesamten Family grillen, abends weggehen und am Sonntag Fußballplatz. Selbst als ich mich abends ins Auto setzte, auf der gesamten Fahrt Richtung Studium und Arbeit war keine Spur von dieser Zerrissenheit zu spüren.
Zurück in der Stadt, war ich ohnehin gleich verabredet, hatte also gar keine Zeit zum durchatmen, geschweige denn zum Nachdenken. Aber auf dem Heimweg. Wie so oft während der vergangenen Jahre ging den Schleichweg zu meiner Wohnung hoch. Da fing es schon an. Dann noch die leere Wohnung, das nicht bezogene Bett, der offene Koffer auf dem Boden. Da wurde mir wieder klar, dass ich unterwegs bin. Unterwegs durch mein Leben, durch die Zeit, allein und ich nicht weiß, wo ich hingehöre. Auf der Suche nach den eigenen Wünschen, nach Menschen, die einem so wichtig sind, dass es weh tut. Auf der Suche nach dem Einen, was einem Erfüllung bringt.
Ich weiß nicht wohin ich gehe.
Kommt man jemals an?
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