Wann habt ihr zuletzt etwas Gutes getan? Einem Fremden geholfen? Wann seid ihr zum letzten Mal gegen die Ungerechtigkeit der Welt aktiv geworden anstatt von ihr zu profitieren?
Ich schon lange nicht mehr. Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Und der Wille ist da, jeden Tag. Nur wie, das weiß ich nicht so recht. Einmal war ich bei einem Treffen der Hochschulgruppe Amnesty International. Doch statt wirklich was auf die Beine zu stellen, geht es da vor allem um's quatschen, hatte ich das Gefühl. Dabei will ich unmittelbar helfen können, ohne viel Engerie für das Darüberreden und aufs Probleme-Aufmerksam-Machen zu verschwenden.
Heute war ich bei der Berliner Zentrale von Ärzte ohne Grenzen oder Médecins sans frontières (MSF) zu Besuch. Und ich war beeindruckt. Da wird wirklich etwas getan. Dienst am Menschen, vor Ort, unmittelbar. Da habe ich wieder gemerkt, dass ich etwas tun will. Nicht ganz uneigennützig, wenn ich ehrlich bin. Ein ein Job, bei dem ich mit dem, was ich kann, Gutes tue, wäre wohl der erste Job, der mich rundherum erfüllt.
Achja, was es mit dem Sandwich auf sich hat: In der Zentralafrikanischen Republik, einem Einsatzgebiet der MSF, gibt es enorme ökonomische Probleme – wenn man das überhaupt noch so nennen kann. Eine Inflationsrate von 120 000 oder so ähnlich. Wenn man Vormittags für 1 Million mit dem Bus ins Krankenhaus fährt, kann es passieren, dass ein Fahrschein für die gleiche Strecke am Nachmittag schon 150 Millionen kostet. Ja und ein Straßenhändler verlangte von einem MSF-Mitarbeiter eben umgerechnet 75 US-Dollar für ein Sandwich, weil er, wie er selbst sagte, keinen Überblick mehr habe...
www.aerzte-ohne-grenzen.de
Macht auch was! Und viele Grüße aus der Großstadt,
gkk
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